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ThemaEinsätze in Verbindung mit Flusssäure?29 Beträge
RubrikEinsatz
 
AutorMeye8nbe8rg 8C., Dortmund / NRW442562
Datum25.11.2007 18:2013371 x gelesen
Hallo zusammen,

hat von euch jemand schon einmal im Einsatzgeschehen Erfahrungen mit Flusssäure gemacht oder gibt es in eurem Ausrückebereiche Betriebe die diesen Stoff lagern?

Wenn ja, welche Einsatzerfahrungen waren das, wie seit ihr vorgegangen bzw. war eure Taktik?

Gibt es bei euren Wehren speziell für diesen Stoff Einsatzvorbereitungen z.B. ein Flusssäure-Notfallset das z.B. Calziumampullen enthält, um direkt durch den Rettungsdienst auf eine Verletzung Flusssäure reagieren zu können?

Im Vorraus schon mal vielen Dank für eure Antworten!

Gruß Christoph


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AutorPatr8ici8a K8., Kelkheim / Hessen442564
Datum25.11.2007 18:2812467 x gelesen
Hallo,

selber Erfahrung habe ich keine damit.
Mein Mann arbeitet in einem Betrieb der Hoechst AG und kann jeder Zeit mit Flußsäure in Kontakt kommen.
Er weiß, das die Fw./RD. dann gleich mit Calzium die Stelle unterspritzen. Danach würde der Patient ins sofort ins KH zu Untersuchung/Kontrolle gebracht werden. (je nach schwere der Verletzung).
Sofern erstmal keiner da ist, der Salben und Spritzen bereit hält. Bleibt einem nichts anderes übrig als sich schnell unter die Dusche oder in die Wanne zu begeben um das ganze zu kühlen und abzuspülen.


MkG
Patricia

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AutorMeye8nbe8rg 8C., Dortmund / NRW442567
Datum25.11.2007 18:4612461 x gelesen
Danke für deine schnelle Antwort!

Hat dieser Betrieb eine Werkfeuerwehr oder ist die öffentliche Feuerwehr bzw. der öffentliche Rettungsdienst mit dem Calzium ausgerüstet?

Gruß Christoph


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AutorAndr8eas8 B.8, Düsseldorf / Nordrhein-Westfalen442570
Datum25.11.2007 18:5212477 x gelesen
Geschrieben von Meyenberg Christophhat von euch jemand schon einmal im Einsatzgeschehen Erfahrungen mit Flusssäure gemacht

ja

Geschrieben von Meyenberg Christophgibt es in eurem Ausrückebereiche Betriebe die diesen Stoff lagern?

ja

Geschrieben von Meyenberg ChristophGibt es bei euren Wehren speziell für diesen Stoff Einsatzvorbereitungen z.B.

ja

Geschrieben von Meyenberg ChristophFlusssäure-Notfallset das z.B. Calziumampullen enthält, um direkt durch den Rettungsdienst auf eine Verletzung Flusssäure reagieren zu können?

ja, Calziuminjektion auf den NEF mit Handhabungsinfo, Flußsäurehandschuhe auf jedem RTW, Flußsäure-geeignete Schutzkleidung im ABC-Bereich, Infomaterial für die Mitarbeiter

Außerdem lagerung von Kalk bei der WF eines HF-verwendenden Unternehmens


Gruß

A.

Die Inhalte dieses Beitrags sind eine rein PRIVATE Äußerung.

INTUITION IST DIE GABE, DIE LAGE IN SEKUNDENSCHNELLE FALSCH ZU BEURTEILEN!

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AutorManu8el 8S., Westerwald / Rheinland-Pfalz442576
Datum25.11.2007 18:5712412 x gelesen
Geschrieben von Meyenberg ChristophHat dieser Betrieb eine Werkfeuerwehr oder ist die öffentliche Feuerwehr bzw. der öffentliche Rettungsdienst mit dem Calzium ausgerüstet?

Soweit mir bekannt ist, hängen dort in den entsprechenden gebieten "Notfallsets" an der Wand bestehend aus entsprechender Salbe und (Fertig?)spritzen.

Muss die Patti mal nachfragen.

Manuel


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AutorMeye8nbe8rg 8C., Dortmund / NRW442578
Datum25.11.2007 19:0412383 x gelesen
Was waren das für Einsätze?
Wäre nett wenn Du diese kurz grob schildern könntest, ein schlichtes ja bringt mich nicht wirklich weiter...

Habt ihr auf euren LF´s bzw. HLF´s schon für den Erstangriff CSA verlastet?


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AutorPatr8ici8a K8., Kelkheim / Hessen442581
Datum25.11.2007 19:1012412 x gelesen
Geschrieben von Meyenberg ChristophHat dieser Betrieb eine Werkfeuerwehr oder ist die öffentliche Feuerwehr bzw. der öffentliche Rettungsdienst mit dem Calzium ausgerüstet?

Die Hoechst AG verfügt über eine Werksfeuerwehr. Was der öffentliche RD auf seinen Fahrzeugen hat, kann ich nicht sagen. Aber wäre doch bestimmt sinnig!?

Geschrieben von ---Manuel Schmidt--- Soweit mir bekannt ist, hängen dort in den entsprechenden gebieten "Notfallsets" an der Wand bestehend aus entsprechender Salbe und (Fertig?)spritzen.

Es gibt 5%ige Ammoniaklösung zum Neutralisieren. Rettungswannen und Notduschen in der Nähe. Und die Salbe liegt im Kühlschrank.
Grüße von meinem Mann: Er wünscht keinem den Kontakt mit dem Zeug, denn wenn genug davon abbekommen, der ist eh verloren


MkG
Patricia

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AutorAndr8eas8 B.8, Düsseldorf / Nordrhein-Westfalen442620
Datum25.11.2007 20:2612465 x gelesen
Geschrieben von Meyenberg ChristophWas waren das für Einsätze?

Vor etlichen Jahren ein größerer Austritt an einem Tank.

Diverse RettD-Einsätze

aus der jüngeren Vergangenheit:

HF-Tag in der S-Bahn

Ausgelaufener Felgenreinger


Geschrieben von Meyenberg ChristophHabt ihr auf euren LF´s bzw. HLF´s schon für den Erstangriff CSA verlastet?

Ja. Jeweils 2 Tesimax Silverflash und 4 Prochem II F (Tyvek F)


Gruß

A.

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INTUITION IST DIE GABE, DIE LAGE IN SEKUNDENSCHNELLE FALSCH ZU BEURTEILEN!

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AutorMath8ias8 W.8, Garlstorf / Niedersachsen442670
Datum25.11.2007 23:4412454 x gelesen
Geschrieben von Meyenberg Christophhat von euch jemand schon einmal im Einsatzgeschehen Erfahrungen mit Flusssäure gemacht

Moin,

vor etwa zehn Jahren ist auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg aus einem Tanklastwagen Flusssäure ausgelaufen.
Im Einsatz war u.a. die FF Egestorf, deren LF8, Bj. 1988 in diesem Jahr wg. des stark verrosteten Fahrgestells ausgesondert werden musste.
Evtl. könne Dir die Kameraden dort weiter helfen: FF Egestorf

Gruß
Mathias


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AutorSeba8sti8an 8K., Grafschaft / RLP (KLF-Land)442723
Datum26.11.2007 11:3912409 x gelesen
Geschrieben von Mathias WilleIm Einsatz war u.a. die FF Egestorf, deren LF8, Bj. 1988 in diesem Jahr wg. des stark verrosteten Fahrgestells ausgesondert werden musste.Kausaler Zusammenhang zwischen diesem Einsatz und dem Rostschaden?


Alles natürlich nur meine eigene bescheidene Meinung! Wäre auch langweilig, wenn jeder diese Meinung haben würde...

Meine Wehr: http://www.ffw-grafschaft.de

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AutorMath8ias8 W.8, Garlstorf / Nds442753
Datum26.11.2007 13:2612407 x gelesen
Geschrieben von Sebastian KruppKausaler Zusammenhang zwischen diesem Einsatz und dem Rostschaden?
Man geht bzw. ging jedenfalls davon aus. Immerhin ist das Fahrzeug etwa 10 Kilometer in der "Flusssäure-Spur" gefahren. Der Rahmen glich vor der Aussonderung teilweise Blätterteig...

Gruß
Mathias


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AutorHube8rt 8K., Erkelenz / NRW443928
Datum01.12.2007 14:5112403 x gelesen
Geschrieben von Meyenberg Christophhat von euch jemand schon einmal im Einsatzgeschehen Erfahrungen mit Flusssäure gemacht
Ja, es war einer der letzten größeren Einsätze, die ich als Einsatzleiter in der FF zu bewältigen hatte. War am 07.03.2005. Infos darüber auf der Homepage der Feuerwehr Wassenberg oder Kreisfeuerwehrverband Heinsberg.

Geschrieben von Meyenberg ChristophWenn ja, welche Einsatzerfahrungen waren das, wie seit ihr vorgegangen bzw. war eure Taktik?
Wir wußten nicht das es sich um Flußsäure handelt. Einsatzerfahrung? Alle eingesetzten CSA in den Müll.


Gruß Hubert

Keine Kommune schafft die Feuerwehr ab, weil es ein paar Tage nicht gebrannt hat.
Eckart Werthebach (*1940), dt. Jurist, v. 1991 bis 1995 Präs. Bundesamt f.d. Verfassungsschutz

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AutorSeba8sti8an 8K., Grafschaft / RLP (KLF-Land)443943
Datum01.12.2007 16:0012360 x gelesen
OK, danke.


Alles natürlich nur meine eigene bescheidene Meinung! Wäre auch langweilig, wenn jeder diese Meinung haben würde...

Meine Wehr: http://www.ffw-grafschaft.de

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AutorDani8el 8F., Dortmund / NRW444068
Datum02.12.2007 11:2812412 x gelesen
Hallo,

Geschrieben von Meyenberg Christophhat von euch jemand schon einmal im Einsatzgeschehen Erfahrungen mit Flusssäure gemacht oder gibt es in eurem Ausrückebereiche Betriebe die diesen Stoff lagern?

Ja, z.Z. häufiger Sachbeschädigung mit Flusssäurestiften in Bahnen mit idR sehr geringen Mengen von Flusssäure in flüssiger Form.

Geschrieben von Meyenberg ChristophWenn ja, welche Einsatzerfahrungen waren das, wie seit ihr vorgegangen bzw. war eure Taktik?

IdR höchste Schutzstufe also CSA.

Geschrieben von Meyenberg ChristophGibt es bei euren Wehren speziell für diesen Stoff Einsatzvorbereitungen z.B. ein Flusssäure-Notfallset das z.B. Calziumampullen enthält, um direkt durch den Rettungsdienst auf eine Verletzung Flusssäure reagieren zu können?

Ja gibt es u.a. Gel und Calciumgluconat für eine größere Anzahl von Personen die auf Fahrzeugen der Umweltwache verlastet sind.


Mit freundlichem Gruße,

Daniel Friederichs

**********************************************
www.biogefahr.org & http://www.licht-und-sonnenschutzanlagen.de

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AutorBern8har8d G8., München / Bayern454737
Datum14.01.2008 08:3012544 x gelesen
Gibt es Teststreifen für Flusssäure? Wie reagiert der ganz normale ph-Teststreifen auf das Zeug?


Es handelt sich hier ausschließlich um meine private Meinung. Sie kann durchaus von der meines Arbeitgebers, und/oder Vorgesetzten abweichen. Dies ist weder beabsichtigt noch als beabsichtigt anzusehen.

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AutorFabi8an 8R., Bad Kissingen / Bayern454819
Datum14.01.2008 14:5912448 x gelesen
Hallo,

Geschrieben von --- Bernhard Glas --- Wie reagiert der ganz normale ph-Teststreifen auf das Zeug?

Wenn ich mir so die PH-Werte von HF in verschiedenen Konzentrationen anschaue, müsste es doch ein Reaktion auf ein saures Medium, folglich eine rote Färbung geben. Ist das so einfach, oder hab ich einen Denkfehler?

Gruß
Fabian

*der.der.jetzt.auf.die.chemie.schulaufgabe.lernt* ;-)


Meine Meinung ist nicht zwangsläufig die meiner Feuerwehr!

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AutorMagn8us 8H., Pöttmes / Bayern454831
Datum14.01.2008 15:3612372 x gelesen
Geschrieben von Fabian RehbeinWenn ich mir so die PH-Werte von HF in verschiedenen Konzentrationen anschaue, müsste es doch ein Reaktion auf ein saures Medium, folglich eine rote Färbung geben. Ist das so einfach, oder hab ich einen Denkfehler?
Du hast recht, siehe auch z.B. hier

Die Gefährlichkeit der Flusssäure beruht allerdings in erster Linie auf ihre Toxizität und nicht auf den "pH-Wert", die Flusssäure ist eine relativ schwache Säure!

Ein Nachweis für die Flusssäure ist die Tetrafluorid- oder Öltropfenprobe, die allerdings im Einsatzfall eher nicht umsetzbar sein wird.
Normalerweise sind aber Behälter, die Fluorwasserstoffsäure enthalten entsprechend gekennzeichnet.


Grüße
Magnus

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AutorAndr8é S8., Wuppertal / NRW485869
Datum29.05.2008 12:1012436 x gelesen
Hallo,

als Fortsetzung zu dem Thema, wollte nicht unnötig einen neuen Thread eröffnen.

Einsatz: Verdacht auf Ätz-Graffiti auf Glasscheibe, Person nach Reinigungsversuch mit Flußsäure vermutlich kontaminiert

Wie geht der Rettungsdienst vor?
- PSA?

Wie geht die Feuerwehr vor?
- PSA?
- Gefahrstoffnachweis? pH-Papier möglich?


Gruß
André


Schaut mal vorbei: http://www.abcgefahren.de/

Dieser Beitrag spiegelt meine persönliche Meinung wieder!

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AutorMatt8hia8s O8., Waldems / Hessen485878
Datum29.05.2008 12:2312413 x gelesen
Moin,

nur mal am rande, gibt's dazu irgendwo ein Merkblatt zum Verhalten des Bahn-/Buspersonals oder was ähnliches, besonders im Bezug auf Erkennung der Gefahr, mögliche Verhinderung der Ausbreitung mit Bordmitteln? Meines Wissens kam das bei uns im Betrieb zwar noch nicht all zu häufig vor, möglich ist aber bekanntermaßen alles.

Gruß, Matthias


"You can't be a real country unless you have a Beer and an airline. It helps if you have some kind of a football team, or some nuclear weapons, but at the very least you need a Beer!" Frank Zappa

Mehr über mich: http://www.otti-online.de/blog

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AutorMark8us 8H., Auerbach / Bayern485890
Datum29.05.2008 13:1112474 x gelesen
Hi,

zur Gefährlichkeit der Flußsäure: http://www.bayerguvv.de/download/uva101_17.pdf

Flußsäure ist mit pH-Papier nachweisbar. Achtung, es ist keine starke Säure, die Gefährlichkeit geht von der Störung des Säure-Basen-Haushaltes im Körper aus. Diese kann eine Latenzzeit von 1-2 Tagen haben. Deshalb sollten Flußsäure-Opfer immer zur Überwachung ins Krankenhaus.

Für den Rettungsdienst:
Flußsäure kann ausgasen, das einatmen der Dämpfe ist gefährlich. Direkte Berührung unbedingt vermeiden, selbst kleine Mengen auf der Haut können bereits tödlich enden.
Abhängig von der Größe der Verätzung: geeignete Handschuhe (Einmalhandschuhe zählen nicht dazu!) anziehen, verätzte Kleidung entfernen und verätzte Hautstellen mit Wasser spülen sofern dies ohne Eigengefährdung => Spritzgefahr möglich ist.
Bei großflächigeren Verätzungen (ab handflächengröße; da Flußsäure zu den gefährlichsten mir bekannten Stoffen gehört ist Vorsicht besser als Nachsicht) Abstand halten und auf Spezialkräfte mit geeigneter Ausrüstung warten.

Feuerwehr:
PSA: CSA-Form II und umluftunabhängiger PA
Nachweis mit pH-Papier möglich. Bei Unsicherheit immer vom schlimmsten, also Flußsäure, ausgehen.
PEG 400 dürfte als Dekonmitteln in Frage kommen. Optimal wäre Calciumgluconat, welches in Betrieben, die mit Flußsäure arbeiten, vorgehalten werden sollte.

beste Grüße,

Markus


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AutorMark8us 8H., Auerbach / Bayern485892
Datum29.05.2008 13:1312353 x gelesen
PS: CSA Form II spritzwassergeschützt und säurebeständig (nicht der Staubschutzanzug ;-), also Standard-PSA Dekon-Trupp


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AutorAndr8é S8., Wuppertal / NRW485904
Datum29.05.2008 13:3912574 x gelesen
Hallo Markus,

danke.

Geschrieben von Markus HeldFlußsäure ist mit pH-Papier nachweisbar.

Funktioniert das auch bei diesen Einsätzen? Schon ausprobiert?
Kann ich die angetrocknete Flussäure auch so nachweisen bzw. den Verdacht in Richtung Flusssäure lenken? pH-Wert sagt ja erstmal nur Säure und Base. Ausschluß Flusssäure überhaupt möglich, wenn ein Graffiti-Reinigungsmittel eingesetzt wurde?
Das Thema ist komplexer als ich am Anfang gedacht habe. Sonst hätte ich hier nicht gefragt.

Geschrieben von Markus HeldFür den Rettungsdienst: [Standard Sicherheitsregeln Flusssäure]

Gelten diese Empfehlungen 1 zu 1 auch für die von mir bewusst beschrieben Lage "Ätz-Graffit"i?
Was sind geeignete Handschuhe? Was brauche ich sonst noch an PSA?

Geschrieben von Markus HeldPSA: CSA-Form II und umluftunabhängiger PA

Warum keine Form III? Warum PA und nicht Filter?

Geschrieben von Markus HeldPS: CSA Form II spritzwassergeschützt und säurebeständig (nicht der Staubschutzanzug ;-), also Standard-PSA Dekon-Trupp

Schon klar das meine Schutzkleidung auch beständig sein muss. Ob es die Standard-PSA in Deutschland für den Dekon-Trupp ist bezweifel ich leider immer noch. Es ist jedenfalls eine gute Lösung.

Geschrieben von Markus HeldNachweis mit pH-Papier möglich. Bei Unsicherheit immer vom schlimmsten, also Flußsäure, ausgehen.

s.o. Und wenn ich keinen Nachweis habe, dann ist von Flusssäure auszugehen. Aber ist das nicht immer so?

Geschrieben von Markus HeldPEG 400 dürfte als Dekonmitteln in Frage kommen. Optimal wäre Calciumgluconat, welches in Betrieben, die mit Flußsäure arbeiten, vorgehalten werden sollte.

Ob ich da groß an der Einsatzstelle dekontaminiere stelle ich jetzt mal in Fragen. Der Rettungsdienst sollte diese sicher tun. Wurde ja in diesem Thread aber schon beschrieben.


Gruß
André


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AutorOliv8er 8S., Lilienthal / Niedersachsen485911
Datum29.05.2008 14:0212451 x gelesen
Hallo André,

Vorweg: sehr sehr vorsichtig mit dem Zeug. Ich arbeite seit 15 Jahren mit gefährlichen Stoffen aller Art und Flusssäure (HF) bereitet mir bis heute Unbehagen (auch unter völlig kontrollierten Bedingungen im Labor)!!!

Geschrieben von André SchildWie geht die Feuerwehr vor?
- PSA?
Bereits bei kleinsten Verunreinigungen immer Augen/Gesichtsschutz und resistente Handschuhe (gesunder Menschenverstand und Vorsicht sollte sowieso jeder "dabei" haben).
Bei allem was etwa die Fläche einer Streichholzschachtel überschreitet oder räumlich ungünstig liegt oder irgendwelche anderen Unwägbarkeiten bergen (ist da irgendwo vielleicht noch eine Lache ...?) könnte rat ich unbedingt zum CSA Form III (PA innen liegend), da hier mehr als Kleinstmengen im Spiel sind, folglich eine erhebliche Konzentration HF in der Luft sein kann. HF ist bei Raumtemperatur ein Gas, da hilft nur ein entsprechend dichter Anzug, kein Kompromiss (CSA Form II oder so).
Daneben sind das Alter des Graffitis und die Art der Aufbringung zumeist unklar, von daher würde ich mich nicht auf die Diskussion einlassen, das das Zeug abreagiert oder verdunstet ist.

Geschrieben von André Schild- Gefahrstoffnachweis? pH-Papier möglich?

Der sicherste Nachweis ist eigentlich die beschädigte Glasoberfläche, das macht außer HF kaum ein anderer Stoff. pH-Papier würde ich nur als Positiv-Nachweis für eine Gefahr, nicht als Negativ-Nachweis einsetzen, da sich aus HF und Glas toxische Reaktionsprodukte ergeben, die man mit pH-Papier nicht nachweisen kann.

Generell schlage ich vor:

Lüften,
wenn notwendig/möglich reichlich abwaschen, am besten mit Kalkmilch, Löschkalk-Lösung, Calziumchlorid-Lösung oder so, zur Neutralisation (mit einem Schwamm oder dergl. auf die Scheibe auftragen, vielleicht ist auch eine Gartenspritze verfügbar).

Bei der Neutralisation entsteht Calziumflourid, das ist relativ harmlos (kommt auch als Minaral Flussspat vor). Die überschüssige Lösung kann mit Papierlappen aufgenommen und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt werden. Die Handschuhe würde ich hinterher verwerfen, den CSA natürlich nicht. Der sollte nach einer gründlichen Dekon mit viel Wasser wieder clean sein.

Zum Vorgehen des RD kann ich nicht viel sagen. Die Verletzungen sind aber sehr kritisch. Als Faustregel kenne ich, dass alles was mehr als ein Handteller groß ist zum Tode führen kann.

Viele Grüße, Olli!


Dies alles ist meine private Meinung

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AutorSeba8sti8an 8M., Lützelbach / Hessen485917
Datum29.05.2008 14:2512431 x gelesen
Geschrieben von André SchildKann ich die angetrocknete Flussäure auch so nachweisen bzw. den Verdacht in Richtung Flusssäure lenken?

Angetrocknete Flusssäure wirst du nicht finden, Fluorwasserstoff ist leicht flüchtig, wenn es also richtig trocken ist dürfte kein HF mehr vorhanden sein.

Geschrieben von André SchildpH-Wert sagt ja erstmal nur Säure und Base.

Eben! Welche Säure ist dir dann nicht bekannt, besonders da solche Glasätzmischungen
oft auch Phophorsäure enthalten.

Geschrieben von André Schildwenn ein Graffiti-Reinigungsmittel eingesetzt wurde
Was genau soll das sein?

Geschrieben von André SchildWas sind geeignete Handschuhe?
Geeignete Handschuhe sind z.B.

Lapren (Permeationszeit 60min / Flusssäure 48%)

oder

Camapren (Permeationszeit 240min / Flusssäure 48%)

Von Einweghandschuhen aus Latex oder Nitrilkautschuk würde ich abraten da sie keinen Ausreichenden Schutz bieten, je nach Dicke haben sie eine Permeationszeit von 0 bis wenige Minuten.

Geschrieben von André SchildSchon klar das meine Schutzkleidung auch beständig sein muss. Ob es die Standard-PSA in Deutschland für den Dekon-Trupp ist bezweifel ich leider immer noch. Es ist jedenfalls eine gute Lösung.

Geeignet zum Beispiel der Tychem C Standard (Permeationszeit 480min)

Gruß
Sebastian


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AutorMark8us 8H., Auerbach / Bayern485924
Datum29.05.2008 14:3112441 x gelesen
Hi,

da es viele Reinigungsmittel gibt, die nicht neutral sind, lassen sich nur schwer Rückschlüsse ziehen. Andererseits ist mir nur Flußsäure als saures Reinigungsmittel bekannt und es könnte funktionieren.

Wenn das pH-Papier vorher angefeuchtet wurde, dann lassen sich auch bei angetrockneten Flüssigkeiten Tendenzen sauer/basisch feststellen.

Flußsäure ist Flußsäure, deswegen gelten die Standardmaßnahmen für alle, die mit dem Stoff zu tun haben, also auch für den Rettungsdienst. Die Handschuhe müssen chemikalienbeständig sein (da es sich in diesem Fall um ein Reinigungsmittel handelt, dürften die Kunststoff-Putzhandschuhe ausreichen, evtl. hat die Reinigungskraft ein Ersatzpaar dabei).
Ansonsten ist die PSA von der Menge abhängig und bei größerer Menge kann der RD nur Abstand halten, da er keine geeignete PSA mitführt.

Form II weil es sich um eine kleine Menge handelt und ein direkter Stoffkontakt nur im Bereich der Handschuhe (beim entkleiden, dekontaminieren) zu erwarten ist. Kleine Spritzer mit Wasser verdünnter Flußsäure sollten diese Anzüge aushalten bzw. vom Träger abhalten können.
Bei größerer Menge ist zur Gefahrenabwehr selbstverständlich wegen der Gefahr des Ausgasens CSA Form III zu tragen (aber zur Dekon ist das meines Erachtens nicht erforderlich).
PA deshalb, weil ich mir ohne jegliche Stoffinformationen unsicher bin, ob der ABEK2P3-Filter geeignet ist (Flußsäure ordne ich spontan aufgrund ihrer hohen Toxizität nicht in die klassischen sauren Gase ein). Da würde ich mich erst erkundigen (z.B. TUIS).

Ja, bei unklarer Lage gehe ich immer vom schlimmsten aus.
Rückschlüsse lassen ggf. der Behälter des Reinigungsmittels (Beschriftung), eine pH-Messung des Reinigungsmittels und/oder eine Probe des Reinigungsmittels zu.

Bei uns behandelt der Rettungsdienst nur dekontaminierte Patienten. Eine Not-Dekon wird also von der Feuerwehr durchgeführt und auf die würde ich auch hier nicht verzichten und wenn zufällig geeignete Dekon-Mittel vor Ort sind, setze ich sie auch ein.

beste Grüße,

Markus


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AutorAndr8é S8., Wuppertal / NRW485932
Datum29.05.2008 14:4412344 x gelesen
Hallo Sebastian,

Geschrieben von Sebastian MüllerWas genau soll das sein?

Beispiele 1
Beispiele 2

Oder irgendein Reiniger den der Mitarbeiter gerade findet und schnell mal das Graffiti an seiner Busscheibe entfernen will.


Gruß
André


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AutorAndr8é S8., Wuppertal / NRW485936
Datum29.05.2008 14:4912388 x gelesen
Hallo Markus,

Geschrieben von Markus Heldda es viele Reinigungsmittel gibt, die nicht neutral sind, lassen sich nur schwer Rückschlüsse ziehen. Andererseits ist mir nur Flußsäure als saures Reinigungsmittel bekannt und es könnte funktionieren.

Wenn das pH-Papier vorher angefeuchtet wurde, dann lassen sich auch bei angetrockneten Flüssigkeiten Tendenzen sauer/basisch feststellen.


Ok, mit der Aussage kann ich gut leben. Die Frage ist, ob jemand bei einem Einsatz dies genauso war. Aber vielleicht kann jemand dazu noch etwas sagen.

Geschrieben von Markus HeldForm II weil es sich um eine kleine Menge handelt und ein direkter Stoffkontakt nur im Bereich der Handschuhe (beim entkleiden, dekontaminieren) zu erwarten ist. Kleine Spritzer mit Wasser verdünnter Flußsäure sollten diese Anzüge aushalten bzw. vom Träger abhalten können.
Bei größerer Menge ist zur Gefahrenabwehr selbstverständlich wegen der Gefahr des Ausgasens CSA Form III zu tragen (aber zur Dekon ist das meines Erachtens nicht erforderlich).
PA deshalb, weil ich mir ohne jegliche Stoffinformationen unsicher bin, ob der ABEK2P3-Filter geeignet ist (Flußsäure ordne ich spontan aufgrund ihrer hohen Toxizität nicht in die klassischen sauren Gase ein). Da würde ich mich erst erkundigen (z.B. TUIS).


Dann verstehe ich die Aussage besser und kann sich nachvollziehen.


Gruß
André


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AutorMark8us 8H., Auerbach / Bayern485940
Datum29.05.2008 15:0412389 x gelesen
Hi,

das Problem ist, dass Flußsäure ein leicht flüchtiger Stoff ist. D.h. in diesem Fall wirst du an der trockenen Stelle keine Stoffreste mehr haben. Andererseits kann das feuchte pH-Papier auch anzeigen, ob in der Luft saure oder basische Stoffe vorliegen. Wobei dies aufgrund der Tatsache, dass Flußsäure eine schwache Säure ist, wenig erfolgsversprechend erscheint und die toxische Wirkung trotz negativem Nachweis noch gegeben sein kann.

Den Hinweis mit der Schutzbrille neben den Handschuhen finde ich sehr gut! Führt eigentlich irgendwer Schutzbrillen auf dem RTW mit (muss ich glatt mal nachschaun)?

Dass pH-Papier nur dann als Nachweis dient, wenn Querempfindlichkeiten (vorliegen verschiedener Stoffe oder Reaktionsprodukte) ausgeschlossen werden können, versteht sich von selbst, deswegen hab ichs vorher nicht explizit erwähnt.

beste Grüße,

Markus


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AutorManu8el 8S., Westerwald / Rheinland-Pfalz486260
Datum30.05.2008 15:2012395 x gelesen
Geschrieben von Markus HeldDen Hinweis mit der Schutzbrille neben den Handschuhen finde ich sehr gut! Führt eigentlich irgendwer Schutzbrillen auf dem RTW mit (muss ich glatt mal nachschaun)?

Welchen Hinweis? *umschau*

Schutzbrillen mit indirekter Belüftung sollten in jedem Infektionsschutzset vorhanden sein. Das wird man auch in fast allen RD-Fahrzeugen finden.

Eine normale Schutzbrille gegen Spritzer in die Augen sollte IMO in jedem Notfallkoffer sein.

Aber Gasdichte SChutzbrillen? Die hab ich auf keinem RTW bislang gesehen.


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