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| Thema | Explosion mit Lithiumionenstromspeicher im häuslichen Bereich | 4 Beträge | |||
| Rubrik | Einsatz | ||||
| Autor | Ulri8ch 8B., Feuchtwangen / Bayern | 869512 | |||
| Datum | 23.05.2021 12:21 | 3013 x gelesen | |||
| https://www.brandwacht.bayern.de/mam/archiv/beitraege_pdf/bw_6_2020_slithiumakkubrand_grub.pdf Hallo zusammen, | |||||
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| Autor | Robi8n B8., Braunschweig / Niedersachsen | 869517 | |||
| Datum | 23.05.2021 16:22 | 1768 x gelesen | |||
Geschrieben von Ulrich B.Jetzt habe ich beruflich auch ein bisschen chemischen Background allerdings weniger elektrotechnisch und stelle mir die Frage, was da jetzt genau passiert ist? Interessante Frage, die wird sich wahrscheinlich nicht so einfach beantworten lassen. Wäre aber sicher mal eine Aufgabe für eine wissenschaftliche Arbeit oder einen Bericht von Brandursachenermittler. Die Frage ist auch, in wieweit kann nach einer Explosion noch sowas gesagt werden. Ich kann hier nur Mutmaßen/Grundlagen feststellen: Also erstmal: Ein Lithium Ionen Akku besteht aus vielen kleinen Zellen. Je nach Akkutyp bestehen diese aus verschiedenen chemischen Gemischen. Da gibt es unzählige verschiedene Systeme. Durch verschiedene Faktoren (z.B. Überspannung, Fehlstrom, was weiß ich) kann es zu einer chemischen Reaktion innerhalb einer Zelle kommen. Dies ist eigentlich der so genannte Thermal Runaway. Wie man allgemein im chemieunterricht gelernt hat, sind selbsständig ablaufende Reaktionen idR exotherm. Die soentstehende Wärme kann in weiteren Zellen ein thermal Runaway propagieren. Geschrieben von Ulrich B. Was entsteht da jetzt, was so heftig explodieren kann? Ist da eher an eine Knallgasexplosion zu denken oder entstehen beim thermischen Durchgehen des Akkus nicht vollständig aufoxidierte Gase und Dämpfe, die dann im geschlossenen Raum im richtigen Mischungsverhältnis für die Explosion verantwortlich sind? Je nach Typus des chemischen Systems in den Zellen kann es durch die Reaktion zu einem Ausgasen von verschiedensten brennbaren Gasen kommen (Normal in einem Temperaturbereich von 150 bis 200°C). Das kann Wasserstoffgas sein, aber auch Methan (CH4), Ethan (C2H6), Ethen (C2H4), usw. Es gibt aber auch Batterie-Typen, wo es zur Freisetzung von Fluorwasserstoff (Gas) kommen kann. (Das war ja bei dem Post-Flitzer/Streetscooter ein Problem). Das ist aber wirklich sehr flexibel in Abhängigkeit der Zellchemie. Ob und was genau bei dem Objekt passiert ist - kann ich somit halt nur mutmaßen. Kann auch etwas komplett anderes vorgefallen sein. Dass Batterien ausgasen ist jetzt aber nichts sooo ungewöhnliches. Auch die klassische Bleibatterie produziert bei Überladung Wasserstoff. Ist aber eher ein Problem, das man oftmals im Bereich Industrie/Notstromversorgung vorfindet. Ich hoffe, das war etwas hilfreich? | |||||
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| Autor | Thor8ben8 G.8, Leese / Niedersachsen | 869518 | |||
| Datum | 23.05.2021 17:13 | 1649 x gelesen | |||
| Moin, Geschrieben von Ulrich B. Was entsteht da jetzt, was so heftig explodieren kann? Ist da eher an eine Knallgasexplosion zu denken oder entstehen beim thermischen Durchgehen des Akkus nicht vollständig aufoxidierte Gase und Dämpfe, die dann im geschlossenen Raum im richtigen Mischungsverhältnis für die Explosion verantwortlich sind? Ich würde da als erstes an die Elektrolyte der Zellen denken. Die bestehen in der Regel aus Leitsalzen in wasserfreiem, organischen Lösungsmittelgemisch. Typische Komponenten keispielsweise Diethylcarbonat (DEC), UEG 1,4% mit Flammpunkt 25°C oder Propylencarbonat (PC), UEG 2,3%, letzteres setzt mit Flammpunkt 135°C allerdings vorherige Erwärmung aus einer überlasteten oder durchgehenden Zelle voraus. Für klassische Knallgasbildung sehe ich da eher weniger Potential. Und HF tritt dann ggf. Folgeprodukt aus der Verbrennung der Leitsalze wie LiPF6 auf. Gruß, Thorben | |||||
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| Autor | Ulri8ch 8B., Feuchtwangen / Bayern | 869519 | |||
| Datum | 23.05.2021 17:34 | 1754 x gelesen | |||
Geschrieben von ---Thorben G.--- Ich würde da als erstes an die Elektrolyte der Zellen denken. Die bestehen in der Regel aus Leitsalzen in wasserfreiem, organischen Lösungsmittelgemisch. Typische Komponenten keispielsweise Diethylcarbonat (DEC), UEG 1,4% mit Flammpunkt 25°C oder Propylencarbonat (PC), UEG 2,3%, letzteres setzt mit Flammpunkt 135°C allerdings vorherige Erwärmung aus einer überlasteten oder durchgehenden Zelle voraus. In die Richtung hätte ich auch gedacht, weil für Wasserstoff über Elektrolyse hätte ich eher an wässriges Medium gedacht und das habe ich hier eigentlich nicht. Ich fand es bemerkenswert, dass im nordbayrischen Raum zwei solche Ereignisse binnen 4 Wochen stattgefunden haben. Und die Explosionen waren ja durchaus nicht ohne. Gruß Uli | |||||
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