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RubrikEinsatz zurück
ThemaVerpasster Flashover- soll ich froh sein darüber?4 Beiträge
AutorDirk8 J.8, Edmonton / Alberta398320
Datum19.04.2007 06:09      MSG-Nr: [ 398320 ]3740 x gelesen

Hallo Forum,

wollte mal wieder eine Geschichte aus Canada (nicht USA) mit euch teilen.
Diesmal ist es sogar etwas das mich persönlich betrift!
Man bezeichnet mich auf meiner Wache allgemein als "white cloud" oder auf deutsch "Weisse Wolke"; wenn ich im Dienst bin passiert fast gar nix. Zumindest hatte ich schon seit über einem Jahr kein "richtiges Feuer" (Papierkörbe zählen nicht) und wir schlaf... ehm ..ruhen fast jede Nachtschicht. Klar haben wir regelmässig First Responder Einsätze aber so feuermässig ist (zumindest wenn ich im Dienst bin) nix.
O.K. langer Rede kurzer Sinn, ich war für 4 Wochen im Urlaub und bin ca.7 Tage bevor ich wieder zur Arbeit musste nach hause gekommen. Da sitze ich nun mit Frau und Kind beim Abendbrot und schaue Nachrichten und was sehe ich da..... meine Crew war bei einem Hausfeuer als erste vor Ort und führten einen sogenannten Fast Attack durch. Unsere Pump ist IMMER mit 1/4 besetzt, da wir eine Aussenwache sind und bis zu fünf minuten auf uns alleine gestellt sein könnten. Ein Kollege übernahme die Wasserversorgung und mein Captain und zwei Firefighter gingen mit einer Leitung ins Gebäude. Zeugen berichteten von einer Person in der Kellerwohnung und das diese Behindert sei und wahrscheinlich nicht alleine aus der Wohnung entkommen kann. Als die Crew das Haus betrat, kam schon dicker Schwarzer Rauch aus dem Haus und als man die Tür öffnete soll es nach Augenzeugenberichten zu einem Backdraft im Keller gekommen sein. Als die Kollegen dann in das Erdgeschoss vordrangen, verschlechterte sich die Sicht rapide und die Temperatur stieg sehr schnell an. Mein Captain und der Mann am Strahlrohr sind sehr erfahrene Firefighter mit über 20 bzw.30 Jahren Erfahrung und beide sagten nachher das sie schon in heisseren Feuern waren. Wie dem auch sei, der jüngere Kollege blieb ein wenig hinter den beiden um die Schlauchleitung nachzufüttern und bemerkte als erster, das alle Anzeichen für einen Flashover oder besser Rauchgasdurchzündung gegeben waren. Er alarmierte die beiden Kollegen und zu diesem Zeitpunkt begann es schon beim Strahlrohrführer durchzuzünden. Er gab drei kurze Wasserstösse ab (wobei er sich trotz Haube Verbrühungen am Hals zuzog) und folgte der Schlauchleitung zum Ausgang.Dort angekommen kam es zur kompletten durchzündung des Hauses. Alle drei kamen ansonsten unversehrt davon, aber ihre Helme und die Einsatzbekleidung zeigen deutliche Spuren von Brandbeaufschlagung. Für die Frau in der Kellerwohnung gab es kein entkommen und sie wurde später in der Mitte der Kellerwohnung tot aufgefunden.
Da sitze ich nun zuhause und sehe wie meine Brüder vom RettD durchgecheckt werden und weiss nicht was ich denken soll.... "Scheisse das ich nicht da war" oder "Mensch, was bin ich froh das ich nicht dabei war".
Ich muss jetzt natürlich den Spot meiner Kollegen ertragen die froh sind dass ich wieder da bin..... hatten in den letzten DREI Schichten EINEN Einsatz,LOL.

Nun ich wollte das einfach mal loswerde und ich habe dann auch mal einen Zeitungsbericht eingefügt.
Hoffe euch nicht gelangweilt zu haben und
In diesem Sinne

Stay safe Brothers.

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Resident dies in group home fireFirefighters narrowly escape flashover
By MAX MAUDIE, SUN MEDIA




Bystanders comfort each other at the scene of a fatal fire at 10632 50 St. that claimed the life of a woman last night. (Robert Taylor, Sun)
Three firefighters narrowly escaped with their lives from a flashover house fire that killed one woman.

Fire crews were called to the blaze at 10632 50 St. about 8:20 p.m.

They pulled up to find smoke billowing from a group home for people with mental and physical disabilities.

Firefighters were told that of the five people inside - three residents and two staffers - a woman with Down syndrome was still in the basement.

Fire crews did a fast attack, said EMS spokesman Nikki Booth, where they rush the home with a fire hose to put the fire out quickly and rescue the person trapped inside.



Inside, on the main floor, a firefighter with two years experience noticed conditions were ripe for a flashover, one of the most dangerous things a firefighter can face.

A flashover is the explosion of flame that occurs when the inside of a house, or other structure, becomes heated to the flash point.

"It's very, very hot. It's very dark, very thick smoke, and then it flashes," said Booth.

The fighters fell to their knees and followed the hose out of the house. Booth showed one of their scorched helmets, the visor black as pitch.

The plastic insulation on one of their radios had melted off. Booth said firefighters are trained to notice when a flash- over could happen.

"That proved to be a life-saving thing tonight," said Booth.

"Unfortunately, we have one occupant who was found deceased within the home," said Booth.

Rod Groat, who owns the group home, said the woman's name was Marilyn.

"She was in the basement," he said from the scene. "She just must have got overcome by smoke."

The firefighters weren't hurt by the flashover and one person from the home was taken to hospital with minor injuries, said Booth.

A cause and cost of the fire has not yet been determined.


Stay safe brothers.

Dirk
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Firefighting is all about ass - busting ours to save yours. ~Author Unknown

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