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Tach, Post!
Geschrieben von Anton SecklerEs wäre mal interessant zu wissen wie genau sich ein Londoner Löschzug zusammensetzt (warscheinlich mehr LFs als DLs da die LFD mehr auf LFs setzt und die meisten Wachen mindestens 2 LFs haben und andere Wachen je nach Sonderausstattung mindestens 1 LF, 1 DL/Teleskopmast und/oder 1 Rescue Unit, Infos: London Fire Brigade (FW Auslistung/große Fahrzeugdatenbank)). Basierend auf den Zahlen die für die "July 7th, 2005 bombings" (Mannschaftsstärke auf den Londoner LFs) sieht es so aus als wären maximal 5 Feuerwehrleute (1:4?) auf jedem Londoner LF.
Vielleicht weiß jemand hier mehr darüber wie genau ein LZ in London organisiert ist.
In London gibt es keine Löschzüge.
London arbeitet mit einem Standardfahrzeug (DPL) und ergänzenden Sonderfahrzeugen (alles andere). Je nach Einsatzbelastung der Wache verfügt diese über ein oder zwei DPL (grob gesagt: Die ruhigen Wachen mit weniger als 2.000 Einsätzen im Jahr haben eine DPL, die anderen zwei). DPL bezeichnet eine sog. Dual Purpose Ladder. Klassischerweise gibt es bei britischen Feuerwehren die Pump (Löschfahrzeug) und die Pump Ladder, ein Löschfahrzeug mit zusätzlichen Leitern, üblicherweise gut erkennbar an der mittig schräg aufliegenden 13,5 m Leiter. Eine DPL kann entweder Pump oder Pump Ladder sein, bei den Wachen mit zwei Fahrzeugen ist normalerweise eines eine Pump und das andere eine Pump Ladder. Bei den Wachen mit nur einem DPL ist dies üblicherweise eine Pump Ladder. Die Fahrzeuge sind üblicherweise mit 1/4 besetzt, ein Crew Manager oder Watch Manager A und vier Firefighter (es gibt bei der Londoner Feuerwehr keine Dienstgrade mehr, sondern nur noch Funktionen. Ein Crew Manager ist Fahrzeugführer, ein Watch Manager A gleichzeitig eine Art Schichtführer einer Wache), manchmal auch 1/5. Mimimumbesatzung der DPL ist 1/3, wenn dies nicht erreicht wird geht das Fahrzeug außer Dienst. Bei Zwei-Fahrzeug Wachen wird bei ungerader Schichtstärke die Pump Ladder stärker besetzt, bei 9 Mann auf einer Zwei-Fahrzeugwache würde also die Pump mit 1/3 und die Pump Ladder mit 1/4 ausrücken.
Bei einem Einsatz gibt der ELR anhand der Riskoeinstufung (London ist unterteilt in die Risiken A-D, wobei A Gebiete mit größtem Risko, z.B. hohe Gebäude, blockartige Bebauung und D das niedrigste Risiko ist) die zu alarmierenden Einheiten an. Das schwankt von 1 (C und D-Risiken) bis 3 (A-Risiken) DPL. Danach wird üblicherweise auf gerade Zahlen erhöht, das heißt bei einem two pump fire wäre die nächste Alarmstufe ein four pump fire, dann ein six pump fire, eight pump fire etc.
Sonderfahrzeuge rücken aus, wenn im Rechner als Initialalarmierung hinterlegt oder von der Einsatzstelle nachgefordert. Hubrettungsgeräte spielen eine erheblich geringere Rolle als in Deutschland. Von den 112 Wachen der London Fire Brigade verfügen nur acht über ein Hubrettungsgerät. Ein Mix aus Stadtard- und Sonderfahrzeug sind die FRU (Fire and Rescue Units), die seit wenigen Jahren in Dienst sind und von denen es insgesamt 16 gibt. FRU sind quasi eine Art Mischung aus LF und RW, wobei die Beladung über der eines deutschen HLF liegt. FRU sind grundsätzlich an Zwei-Fahrzeug Wachen stationiert und ersetzen die Pump, d.h. bei diesen Wachen ist die Fahrzeugkombination 1 FRU und 1 Pump Ladder. Man erkennt FRU recht einfach am erhöhten Kabinendach der Mannschaftskabine und am längeren Aufbau (elf statt sieben Fächer).
Nimmt man jetzt also den klassischen deutschen Löschzug mit 22 Mann (den es aber wie geschrieben in London nicht gibt), so entspricht der ungefähr einem four pump fire. Das ist in London schon sehr selten, von ca. 150.000 Einsätzen (LFB fährt KEINEN Rettungsdienst!!) sind ca. 4-500 in der Kategorie eines four pump fires, alles über four pump kann man quasi an den Händen abzählen.
MkG,
Christi@n
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Fumus ignem
- This is my very own opinion... -
"Da die Anschaffung des Rettungsgeräthes Kosten erfordert, und die Leute selbst für ihren redlichen Dienst bezahlet sein wollen, so kann die Obrigkeit, zumal bei unseren Zeiten, wo die bürgerlichen Abgaben nicht steigen, die Ausgaben aber die alte Norm fünf- ja oft zehnfach übersteigen, nicht daran gedacht werden, daß die Obrigkeit solche Ausgaben aus ihrem breitesten Vermögen bestreite, vielmehr muß eine Anlage unter den concurrierenden Orten gemacht, und in kleinen Theilen wochenweise eingesammelt werden, bis der Geldvorrath zu Anschaffung des Geräthes, zu einem Leihkauf und zu Deponirung einer proportionirlichen Vergeltungssumme vorhanden ist."
(Johann Friedrich Krügelstein: Vollständiges System der Feuerpolizeywissenschaft, 1799)
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