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RubrikRettungsdienst zurück
ThemaErste-Hilfe-Lehrgänge oft mangelhaft    # 12 Beiträge
AutorFlor8ian8 M.8, Neuss / NRW821662
Datum12.07.2016 20:09      MSG-Nr: [ 821662 ]2512 x gelesen
Infos:
  • 12.09.14 Spiegel.de: Mangelnde Erste Hilfe: Guck mal, der stirbt
  • 12.09.14 Spiegel.de: Erste-Hilfe-Kurse: Tödliche Mängel

  • Ich wärme mal diesen Thread auf anstatt wieder komplett neu mit dem selben Thema zu beginnen.

    Ich kann mich da nur anschließen. Ich habe bislang noch KEINEN EINZIGEN KURS von keiner einzigen Organisation erlebt, bei dem die Zeitvorgaben eingehalten worden sind. Es wurde stets früher Schluss gemacht, egal, ob der Kurs über 16 Stunden oder nun über 9 Stunden gehen sollte. Und bei dem früheren Beenden geht es nicht um 5 oder 10 Minuten, sondern stets um mehrere Stunden. Egal wo, egal bei welcher Organisation.

    Das liegt aber auch an der Mentalität vieler Kursteilnehmer, die oft schon zu Beginn offenes Desinteresse zeigen. Ein Kursleiter, der gegen eine geringfügige Aufwandsentschädigung arbeitet, will sich dann sicher nicht noch rumstreiten. Bei einem Kurs habe ich es erlebt, dass noch unmittelbar bevor der Ausbilder mit der Ausbildung anfangen konnte, noch vor der Begrüßung der Teilnehmer, eine Frau aufzeigte, heute sei es aber so heiß, man werde doch sicher keine 9 Stunden durch machen. Der Kursleiter reagierte damit, dass er der Frau dieses sofort zusagte. (Die Frau war auf BG-Ticket beim Kurs. Sie geht offenbar davon aus, dass bei großer Hitze keine Notfälle eintreten.) Dann habe ich nach Einführung des 9-stündigen Kurses als Regelfall dennoch einen 16-stündigen Kurs noch besucht. Eine Teilnehmerin meldete sich zuallererst, ob man wirklich zwei volle Tage machen müsse oder sich das nicht auf einen Tag kürzen ließe!! Warum zum Teufel bitte bucht diese Frau nicht einen der zahlreichen Tageskurse?? Dann kommt noch das leidige Problem, dass Kursteilnehmer immer wieder völlig vom Thema abschweifen und hier nicht abgebrochen wird. Ganz problematisch ist es, wenn irgendwo auch nur ansatzweise das Wort "Kind" fällt. Denn melden sich Unmengen an Eltern im Publikum zu Wort und wertvolle Zeit vergeht durch gegenseitiges Austauschen über mögliche Probleme mit Kindern, ohne dass noch irgend ein Zusammenhang zum üblichen Kursinhalt besteht. Ähnlich schlimm ist es mit juristischen Themen. Da wird über längere Zeit hin und her diskutiert, ob man nun eine Warnweste oder mehrere im Auto mitführen muss - eine Frage, die sich im Zeitalter des mobilen Internets schnell klären lässt, nur es tut niemand und für die EH ist das Thema auch nur zweitrangig.

    Das was ich bei EH-Kursen unter den Teilnehmern jedes Mal an Desinteresse von der ersten Minute an und grober Unfähigkeit, sich kursangemessen zu verhalten (hereinherufen, unterbrechen des Ausbilders, wildes Daherreden, was gerade in den Sinn kommt, ob es zum Thema passt oder nicht), erlebe, ist erschreckend. Kein Jugendlicher könnte sich sowas in der Schule erlauben, ohne mit deutlichen Worten zu Recht gemaßregelt zu werden. Erwachsene zu kritisieren traut sich hierzulande leider kaum einer, weswegen all dieses grob unmögliche Verhalten wortlos vom Ausbilder toleriert oder gar noch gestützt wird. Ich meine, wenn eine Frau zu Kursbeginn sofort fordert (also nicht einmal fragt, sondern direkt fordert!), der Kurs solle aus Wettergründen vorzeitig enden, müsste der Kursleiter dieses inakzeptable Verhalten auch im Interesse der interessierten (und zum Teil selbst zahlenden) Teilnehmer missbilligen, eventuell gar mit Nichterteilung der Bescheinigung drohen, anstatt der Forderung auch noch sofort zuzustimmen! In diesem Fall war es aber so, dass der Kursleiter Anfang 20 war und die Frau unter den Teilnehmern um die 50, aber Alter darf da keine Rolle spielen. Der Ausbilder ist nunmal der Ausbilder und unmögliches Verhalten unter den Teilnehmern gehört nicht auch noch gefördert. Ein wenig autoritäres Auftreten ist gegenüber manchen Menschen leider zwingend geboten - altersunabhängig. Gleiches gilt auch für die Frage nach einer Kürzung auf einen Tag, wenn man ausdrücklich und trotz zahlreicher zeitnaher und freier Alternativen desselben Anbieters einen 2-tägigen Kurs bucht. Leider traute auch hier der Kursleiter sich nicht, deutliche Worte zu finden.

    An wirklich engagierte und kompetente Personen unter den Kursteilnehmern kann ich mich leider bei mehreren Kursen kaum erinnern mit einer Ausnahme. Da war im Kurs ein Jugendlicher von der JF, der den EH-Kurs für die Truppmannausbildung brauchte. Während die erwachsenen Teilnehmer zum größten Teil in der Pause alle zum Rauchen nach draußen gegangen waren, stand der beim Kursleiter und stellte vertiefte Fragen und äußerte sich zu dem im Raum vorhandenen verschiedenen Modellen von Feuerlöschern. Sowas würde man sich auch mal von der älteren Generation wünschen!


    Gruß,

    Flo

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