| Rubrik | Einsatz |
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| Thema | Waldbrand in Sachsen: Verbotenes Feuerwehrauto aus Falkenberg rettet Leben #
| 21 Beiträge |
| Autor | Math8ias8 B.8, Bad Liebenwerda / Brandenburg | 877969 |
| Datum | 28.07.2022 20:24 MSG-Nr: [ 877969 ] | 2648 x gelesen |
Hallo,
ich hatte schon darauf gewartet, wann die Schlagzeile der BILD das Forum erreicht.
Ich bin hauptamtlicher Leiter der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Liebenwerda und habe insofern die bereits 2019 beauftragte und sehr fortgeschrittene Fahrzeugbeschaffung quasi mit meinem Amtsantritt geerbt und bin nun für die Lösungdes Problems verantwortlich. Leider habe ich selbst das Problem erst in einem Stadium erkannt, als große Änderungen nicht mehr möglich waren.
Der Zeitungsartikel ist ja sehr knapp gehalten und wie für den Herausgeber üblich, sehr reißerisch formuliert. Ich möchte die hier geführte Diskussion gerne mit Informationen aus meiner Sicht versorgen und einen weiteren fachlichen Austausch ermöglichen.
Die Kurzfassung: es wurde durch die Führungskräfte der Feuerwehr in guter Absicht ein an die örtlichen Bedarfe angepasstes Fahrzeug in Anlehnung an die Norm des HLF20 beauftragt. Die Konzeption und die damit verbundenen Normabweichungen wurden im Vorfeld nicht mit der Landesprüfstelle abgestimmt und beantragt, wie es rechtlich im Land Brandenburg vorgesehen ist. Man ging davon aus, dass dies in Anbetracht der Finanzierung ohne Fördermittel nicht nötig sei. In der Verwaltung hatte damals niemand das Know-how die Probleme zu erkennen. Die Landesprüfstelle fordert daher Änderungen am Fahrzeug, insbesondere was die zulässige Gesamtmasse angeht, so dass es im Rahmen der vertretbaren Möglichkeiten den geltenden Normen entspricht. Es wurden in Abstimmung mit dem Land nun technische Lösungsmöglichkeiten festgelegt, so dass wir im August mit einer Abnahme und Indienststellung rechnen. Hierfür wird der Löschmittelvorrat reduziert und das Fahrzeug (18t Fahrgestell) auf 16t abgelastet. Der neunte Sitzplatz und die zur Normbeladeliste fehlende Ausrüstung werden ergänzt. Alle Abstimmungen und nun schließlich auch die Änderungen beim Hersteller (volle Auftragsbücher und Personalmangel) gehen leider nicht immer so schnell wie gewünscht. Alles in Allem vermeidbare Unannehmlichkeiten, die jedoch innerhalb einer ehrenamtlichen Feuerwehr durchaus emotional bewertet und diskutiert werden. Die Schuld bei der Landesprüfstelle zu suchen ist nicht korrekt. Insofern hat es Michael Weyrich in seinem Post zu diesem Thread gut zusammengefasst.
Insgesamt kann es wieder nur ein Appell sein, sich im Rahmen solcher Beschaffungen gut zu informieren und gewünschte Normabweichungen im Vorfeld mit den abnehmenden Stellen zu besprechen und sich genehmigen zu lassen.
Für weitere Fragen stehe ich euch gern zur Verfügung.
Mfg Mathias
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