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| Rubrik | Einsatz | zurück | ||
| Thema | Zimmerbrand in 'Messi-Wohnung' | 22 Beiträge | ||
| Autor | Marc8 M.8, Heidenheim a. d. Brenz / Baden-Württemberg | 439560 | ||
| Datum | 13.11.2007 10:59 MSG-Nr: [ 439560 ] | 5267 x gelesen | ||
Hallo Forum, Geschrieben von ---Christian Tonner--- Leider kommt dies öfters vor wie man anfangs glaubt. Hatte auch schon mehrmals das "Vergnügen" in einer solchen Art von Wohnung im IA tätig zu sein. Aus meiner subjektiven Sicht ist dieses Risiko bei Messiwohnungen erheblich größer als in normalen Wohnungen, wobei natürlich nicht jeder Messi gleichzeitig auch Spritzen verwendet. Glasscherben ( die nichts mit dem Brand zu tun hatten ) hatte ich bisher in zwei Wohnungen ( wobei man mit Glasscherben im Brandeinsatz immer rechnen muss ) und Spritzen ein mal, "Spritzenwarnungen" gab es aber schon öfter :-(, meistens durch den mit ausgerückten RD, der seine "Pappenheimer" kennt. Daraus ergab sich dann auch die Anweisung, Brandschutt niemals mit der Hand weg zu räumen, sondern grundsätzlich Werkzeug ( Schaufel, Einreisshaken, Dunghaken usw. ) zu verwenden. Mir persönlich ist kein Feuerwehrhandschuh bekannt, der einer Nadel widersteht. Dadurch, dass sich in unserem Ausrückebereich bis vor ein paar Jahren ein kompletter Wohnblock mit sozialen Problemfällen befand, in dem viele Wohnungen vermüllt waren, haben wir diesbezüglich leider einige Erfahrungen gemacht, die aber zumindest jeder Großstadtwehr in der Form auch bekannt sein dürften. Neben den von Christian genannten Gefahren sehe ich noch eine Reihe weiterer Probleme: - durch die sehr hohe Brandlast ist ein Innenangriff m.E. gefährlicher als in normal genutzen Wohnräumen. Vor allem verbrennender Plastikmüll sorgt für sehr durchzündungsfreundlichen Brandrauch. Insgesamt ist die Gefahr eines Flash Over ( Feuerübersprung auf den gesamten in der Wohnung lagernden Müll ) sehr hoch. - wegen des überall in der Wohnung befindlichen Mülls ist ein vorankommen für den A-Trupp schwierig. Teilweise wird das Öffnen von Türen durch Müll erschwert. Scharfkantiger Müll ( Scherben, Dosenreste, aber auch gebrauchte Spritzen ) erschweren eine kriechende Vorgehensweise. - Bewohner, aber auch Nachbarn in entsprechenden Objekten, reagieren aufgrund von Alkohol oder anderen Drogen oft irrational oder gar nicht. Mit Betrunkenen und aggressivem Verhalten gegenüber Einsatzkräften muss zu jeder Tageszeit gerechnet werden ( auch plötzliche Aggression ohne Vorankündigung ). -Einrichtungen des vorbeugenden oder abwehrenden Brandschutzes sind ( sofern vorhanden ) oft nicht, oder nur eingeschränkt, einsatzbereit. -Es muss mit Überraschungen gerechnet werden, die man in normalen Wohnungen einfach nicht erwartet ( obwohl man ja eigentlich immer mit dem Schlimmsten rechnen muss ). Ich persönlich habe es schon erlebt, dass Fenster nachträglich zugemauert waren ( Probleme mit Anleiterbereitschaft, Aussenangriff nicht möglich, Belüftung praktisch kaum möglich ), Möbel als Brennstoff verheizt wurden und Brennstoff ( Müll ) in unmittelbarer Nähe einer Feuerstelle gelagert war. Von umsichtigen Verhalten keine Spur. Der Hammer war nach einem Wohnungsbrand eine Nachbarwohnung, wo wir bei der Begehung feststellten dass diese von innen komplett ( Wände + Decken ) mit Styropor ausgekleidet war. Was hier einem Trupp im IA blühen kann, dürfte klar sein... -Wenn man es sich aussuchen kann, sollten in der Wohnung ( auch bei Nachlösch-/Aufräumarbeiten ) nur Kameraden eingesetzt werden, die über eine gewisse Ekelresistenz verfügen ( Fäkalien in der Wohnung verteilt, "verwesende" Essensreste - bei Messis kann einem alles passieren ). Soweit mal meine persönlichen Erfahrungen, die ich in ein paar wenigen Einsätzen bei Messiwohnungen gesammelt habe. Gruß Marc | ||||
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