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RubrikTaktik zurück
ThemaGefahren von Photovoltaikanlagen34 Beiträge
AutorThor8ben8 G.8, Leese <-> OS / Niedersachsen516883
Datum27.10.2008 20:32      MSG-Nr: [ 516883 ]12672 x gelesen
Infos:
  • 28.10.08 FAQ: PV- und Solaranlagen

  • Moin,

    Geschrieben von Kittler IngoOder gibt es schon eine Lehrunterlage davon die zeigt wie man die Spannungserzeugung stoppen kann?

    Das ist nicht wirklich für die Fw im Einsatz praktikabel... Standfardlehraussage geht in Richtung "auf Elektriker/Solarteur warten". Dummerweise hat der auch keien näheren Infos. Prinzipiell gibts zwei Möglichkeiten - Kurzschließen (und möglichst erden oder die Hausdurchziehende Leitung anschließend abtrennen) oder Unterbrechen. Letzteres geht bei 99% der Anlagen nur auf dem Dach, ist also nix für den Brand nach Blitzschlag mitten im Unwetter. Aktuelel Analgen bekommen zwar alsl DC-Trennschalter, nur sind die meist beim Wechselrichter angeordnet, der nicht selten im Keller steht. Für die Fw wenig hilfreich, den halben Meter Leitugn zwischen Schalter udn Wechselrichter freischalten zu können, während die LEitung zum Dach weiter unter Spannung steht. Die Leitungen auf dem Dach auszustecken oder durchzukneifen kann eine recht dumme idee sein, da dort schon ein paar Amperechen Strom zusammenkommen und so ein beim Trennen unvermeidbar entstehender Lichtbogen bei Gleichstrom wesentlich schwerer erlischt. Was bei Wechselstrom mit einem kleinen Funken erledigt ist, kann bei gleichstrom sich schön Ausbreiten, da der Strom keine kurzzeitigen Nulldurchgänge aufweist, wo bei Wechselstrom das Luftplasma abkühlen und die Ionen mit ihren Elektronen rekombinieren können. Da wächst der Lichtbogen mit Entfernen der durchtrennten Teile schön in die Länge. Lichtbogenlöschung oberhalb etwa 30V DC ist übrigens eines der Probleme, warum zwar seit Jahren von 42V-Kfz-Stromnetzen geträumt wird, aber sie noch immer nicht verbreitet sind. Zurück zur PV-Anlage.
    Was bleibt an Möglichkeit? Kurzschließen und Erden. Kann man machen, ist de rPV-Analge meist recvht egal, der Kurzschlusstrom liegt nur ein paar Prozent über dem Nennstrom. Da schmort i.d.R. auch nix durch. Jedenfalls nicht, wenn man an der Hauptleitung und nicht irgendwelchen dünnen Strippem zwischen Generatoranschlusskasten (=Sammelpunkt auf dem Dach für die Modulanschlussleitungen, nicht verwechseln mit Wechselrichter etc.) und den Modulen kurzschließt.
    Aber vorher unbedingt die Verbindung zum Wechselrichter mittels Trennschalter (am besten auf DC-Seite des WR _und_ netzseitig von diesem) unterbrechen. Ist aber eigentlich kein Job für den normalen FA.
    Was bleibt der Fw? Eigentlich nur Abstand zu den Modulen halten und sofern bekannt die Nähe von DC-Leitungen wenn möglich meiden. Solange die Leitungsisolierung intakt ist, geht erstmal keine besondere Gefahr von der Anlage aus. Auch wird sie beim Freischalten des Hauses oder der ganzen Straße nicht weiter einspeisen. Wirklich gefährlich wird's nur an den DC-Leitungen, deren Isolierung durch den Brand beschädigt ist oder den Modulen selbst.

    Achja, je nach Schaltungstyp im inneren des Wechselrichters kann es auch sein, dass man an den Modulen im Normalbetrieb einen unschönen Schlag bekommt. Zwar für gewöhnlich ohne ernst konsequenzen, aber auf dem Dach ist ein Schreckfaktor i.d.R. nicht sehr erwünscht...

    Neben den elektrischen Gefahren gilt sowohl für PV als auch Solarthermische Warmwasserbereitung, dass die Module/Kollektoren zusätzlich das Dach belasten und bei entsprechender Schwächung der Tragstruktur abstürzen können. Bei Röhrenkollektoren kommt hinzu, dass sie auf Verwindung/Verspannung recht empfindlich reagieren und als Reaktion darauf Dank Vakuum im Glasrohr plötzlich implodieren können. Was sich dann im ungünstigen Fall ggf. über alle Röhren des Kollektors als Kettenreaktion fortsetzt, da die Kräfte sich dann auf weniger verbleibende Röhren verteilen und die nächsten zum Platzen bringen können. Gibt 'nen schönen Scherbenregen...
    Weitere Gefahr bei Solarthermie besteht im heißen Wasser im kollektor, dass ggf. bei mechanischer Einwirkung freigesetzt werden kann.

    Zur Unterscheidung vom Boden aus mal als ganz grobe Faustregel:
    Röhrenstruktur => solarthermischer Vakuumröhrenkollektor
    Waben/Scheibenmuster => PV-Anlage.
    Fächige Struktur => Sowohl PV als auch Solarthermie möglich.
    Sind mehr als zehn Module vorhanden ode rdi ganze Dachfläche belegt, kann man bei EFH's meist von PV ausgehen. (i.d.R. ist die Strangspannung einer PV-Anlage größer als die Netz-Scheitelspannung von rund 300V. => Bei Modulspannung von gerne 24V macht dass etwa 12 Module in Reihe erforderlich. Aber es gibt auch Wechselrichter, die sich kleinere Eingangsspannungen selbst rauftransformieren.) während solare Warmwaserbereitung meist mit 2-4 Kollektoren auskommt. Diese Orientierung verwischt aber zunehmend, da zum einen mehr auf Heizungsunterstützung statt nur solarer Brauchwassererwärmung gesetzt wird un damit mehr Kollektoren aufs Dach kommen als auch die Wechselrichter im Falle von Photovoltaik je nach Typ durchaus mit kleineren Spannungen zurechtkommen können. Im Zweifelsfall also sofern machbar erkunden, wie's mit Wechselrichter etc. aussieht um zwischen PV und Solarthermie zu unterscheiden.

    Und zum Schluss noch ein Hinweis auf Feuerwehrsichere Module. Gibt oder gab zumindest als solche beworbene ("Fw löscht Haus nicht, wenn PV auf Dach...") PV-Module. Bei denen sitzt ein Thermoschalter im Modul, der im Brandfal lden Stromkreis unterbrechen soll. Schön und gut, spricht aber erst an, wenn die Module slebst vom Brand betroffen sind. Die sind m.E. aber gar nicht mal so relevant. Kann man von außen erkennen und wenn die brennen, ist für Feuerwehrs in deren Nähe ohnehin nicht viel auszurichten. Wasser aus der Ferne drauf und fertig. Gegen irgendwo im Haus vom brand betroffende DC-Hauptleitung helfen die Module leider gar nicht, sofern es nicht zeitlgiech an den Modulen kokelt.


    Gruß,
    Thorben



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     27.10.2008 19:14 Ingo7 K.7, Storkow
     27.10.2008 19:18 Jan 7Ole7 U.7, Hamburg
     27.10.2008 19:23 Marc7 G.7, Wiefelstede
     27.10.2008 19:41 Ingo7 K.7, Storkow
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     27.10.2008 20:14 ., Jülich
     27.10.2008 20:31 Marc7 G.7, Wiefelstede
     27.10.2008 21:08 ., Jülich
     27.10.2008 23:11 Lüde7r P7., Kelkheim
     27.10.2008 20:32 Thor7ben7 G.7, Leese <-> OS
     27.10.2008 20:44 Marc7 G.7, Wiefelstede
     27.10.2008 21:07 Thor7ben7 G.7, Leese <-> OS
     27.10.2008 21:39 Marc7 G.7, Wiefelstede
     28.10.2008 13:15 Ingo7 K.7, Storkow
     28.10.2008 15:43 Thor7ben7 G.7, Leese <-> OS
     28.10.2008 19:27 Hans7wer7ner7 K.7, Kirnitzschtal
     28.10.2008 19:50 Ingo7 K.7, Storkow
     28.10.2008 19:58 Hans7wer7ner7 K.7, Kirnitzschtal
     28.10.2008 20:02 Anto7n K7., Mühlhausen
     28.10.2008 20:45 Hans7wer7ner7 K.7, Kirnitzschtal
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     28.10.2008 15:06 Ingo7 K.7, Storkow
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     28.10.2008 19:18 Mark7us 7W., Schwäbisch Gmünd

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