Hallo Kameraden,
ich glaube kaum jemand kann sich wirklich vorstellen, was ein Verlust eines Kameraden und gleichzeitig eines Familienmitgliedes bedeutet. Ich kann es sehr, sehr gut verstehen - mein Sohn und 3 meiner Kameraden kamen 2006 bei einer Einsatzfahrt zu Tode.
Ich wünsche den Familienangehörigen viel Kraft und die Unterstützung der Wehr - den Tod zu verarbeiten, das ist Wichtig - alleingelassen zu werden ist schrecklich.
Der Wehr wünsche ich alles so gut wie möglich zu verarbeiten.
Egal an welchem Platz wir im Einsatz arbeiten - die Gefahr ist allgegenwärtig. Warum wer wo, wann, wieso und weshalb stirbt ist irrelevant, sein Leben zu lassen um anderes zu retten ist uns gegeben.
Fakt ist - wir fahren um Menschenleben zu retten, unabhängig der Verursachung. Wir sind alle bestens ausgebildet niemand rechnet wirklich mit dem eigentlich Unmöglichen.
Die Familienmitglieder werden ab jetzt bei jeder Alarmfahrt der Feuerwehr zusammenzucken - an diesen schweren Tag denken - Jahrelang!
Ich bin selber aktiv in unserer Wehr - wo ich durch meinen Sohn hineingewachsen bin. Glaubt mir, auch heute noch sitzt bei jedem Einsatz eine gewisse Angst in den Knochen - tief in der Seele. Aber in dem Wissen WARUM fährt diese Angst in 2. Reihe mit - ist aber allgegenwärtig.
Eine Beileidsbekundung für meinen Sohn von einem Kameraden der BF Köln lautete:
"Es gibt 2 Himmel, einen weissen Himmel für alle lieben Menschen und einen roten Himmel - für die Feuerwehrmänner und -frauen. Dort sind Sie und wachen mit St. Florian über uns. Nur dort sind die Besten."
Das trifft für mich eher den Kern für uns Feuerwehrleute wie der (sorry) abgedroschene Spruch der Kameraden aus den Staaten, die sind halt so. (worüber ich aber keinen Streit erzeugen will - jeder wie er mag - schon gar nicht hier)
Wir dürfen nicht über das weshalb und warum nachdenken, ich habe darauf auch nie eine Antwort erfahren. Wir müssen akzeptieren - damit leben.
In der Hoffnung, die Familie erfährt alle Hilfe und Unterstützung, die sie jetzt bitter nötig hat verbleibe ich mit allen Wünschen und Gedanken an diese und den betroffenen Kameraden..
OFM
D.Rademacher
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