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RubrikEinsatz zurück
ThemaWie weit fliegt ein Rotorteil? - war: Nicht nur NEF sind gefährlich, Unfall mit RTH vs. Motorschlitten   42 Beiträge
AutorStef8fen8 W.8, Elmstein / Rheinland-Pfalz781928
Datum28.01.2014 05:04      MSG-Nr: [ 781928 ]9281 x gelesen

Geschrieben von Hanswerner K.Dann ließ mal was anderes als die BILD und spiele nicht nur Playstation...
...nicht das man mit einer 6kg Kugel am Ende weiter stoßen kann als mit einer von 4kg...


Du solltest vielleicht mal von deinem hohen Roß herunterkommen. Was du hier ansetzen willst ist "schnöde" Kinematik wobei auch solch einfache Mechanik schon durchaus kompliziert werden kann. Aber ok, rechnen wir es mal spaßeshalber durch:

4m Blattlänge, Schwerpunkt mittig bei 2m, 400 U/min, Abgangswinkel 45°.

Dann haben wir für unsere Anfangsgeschwindigkeit:

v0 = w x r = 400 1/min * 1/60 min/s * 2m = 13,3 m/s

Eingesetzt in die Wurfweite einer einfachen Wurfparabel:

x = v0^2 / g * sin 2a = (13,3 m/s )^2 / 9,81 m/s^2 * sin(90°) = 18,03m

Also legt unser indealisiertes Rotorblatt eine Strecke von ~18m zurück. Wobei man bedenken muss, daß es ja ingesamt 4m lang ist also auch in 20m Entfernung wäre man nicht sicher.

EDIT: Mir ist übrigens bewusst, daß ich hier die Höhe des Hubschraubers vernachlässige, bevor das jemand bemängelt. Aber ich wollte die Rechnung jetzt nicht noch unnötig verkomplizieren, da sie ohnehin nur als Beispiel dient!
Wer sich da aber austoben will, ich kenne da eine schöne Seite:

www.tm-tools.de

===

Und jetzt wage ich mal zu sagen, daß das ein netter Taschenspielertrick ist. Und man natürlich auch sehr schön damit prahlen kann, wenn man dadurch andere Forumsmitglieder "bloßstellen" möchte ob ihrer angeblich ach so mangelhaften naturwissenschaftlichen Kenntnisse, da sie doch tatsächlich "dummerweise" die Masse für relevant halten in der Fragestellung "Wie weit fliegt ein durch ein Hindernis abgerissenes Rotorblatt eines Hubschraubers?".

Aber das ist eine Modellbildung, die mit der Realität nicht mehr viel gemein hat. Ohne hier auf Kinematik/Dynamik tiefer eingehen zu wollen, aber die Bewegungsgleichungen für eine solche Problemstellung sind doch wesentlich umfangreicher und komplizierter, dort spielt dann auch die Masse sehr wohl wieder eine Rolle. Wer Interesse daran hat, den grundlegenden Unterschied zwischen obiger von Hanswerner K. propagierter masseunabhängiger Betrachtung und einer eben doch masseabhängigen Betrachtung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kinematik
--> Betrachtet keine Kräfte (somit auch keine Masse relevant).

http://de.wikipedia.org/wiki/Kinetik_(Technische_Mechanik)
http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungssatz
--> Betrachtet Kräfte / Energie / Impuls / Drall, z.B. kann hier Luftreibung und Auftrieb in die Formeln eingebracht werden und hier spielt die Masse sehr wohl eine Rolle.

Prinzipiell ist das jetzt eine sehr akademische Diskussion. Man kann jedes reale System so "zurechtbiegen", daß es in ein bestimmtes Modell passt durch Vernachlässigung von Faktoren. Es stellt sich dann immer nur die Frage, ob die Ergebnisse welche die Betrachtung des Modells liefert noch ausreichend genau dem realen System entsprechen.
Kleines Schmankerl am Rande: Die oben mal erwähnten 33° für den "weitesten Wurf" stammen daher, daß eben in der Realität unter Betrachtung des Luftwiderstandes nicht mehr 45° der "ideale Winkel" ist sondern die ingenieursmäßig betrachtet ~30° dafür angesetzt werden.

Es ist also nicht falsch, zu Anfangs die Masse eines Rotorblattes in Betracht zu ziehen, wenn man dessen Verhalten bei einem Abriß theoretisch bestimmen möchte. Es kann natürlich sein, daß der Einfluß vernachlässigbar ist, muss aber nicht. Also ist meiner Meinung nach die ursprüngliche Frage, was denn das mit der Masse zu tun habe eine unzulässige Einschränkung auf eine bestimmte Betrachtungsweise der Problemstellung.

Wäre das alles so einfach, hätten sich nicht Generationen von Ingenieuren die Köpfe zerbrochen über Probleme der Strömungsmechanik und der Aerodynamik. Aber was weiß ich schon, ich lese ja nur BILD und spiele Playstation...

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Allen anderen kann ich nur empfehlen, sich nicht auf irgendwelche "Überschlagsrechnungen" zu verlassen sondern in entspechenden Vorschriften und Datenblättern nachzuschauen, falls es für sie einsatzrelevant ist. Also zum Beispiel die Sicherheitsabstände zu brennenden oder durchgehenden Windkraftanlagen oder das Verhalten bei Hubschrauberlandungen inklusive Sicherheitsabstand, die in einem vorherigen Beitrag ja bereits verlinkt wurden.

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Geändert von Steffen W. [28.01.14 05:13] Grund: = nur für angemeldete User sichtbar =

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