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ThemaWie weit fliegt ein Rotorteil? - war: Nicht nur NEF sind gefährlich, Unfall mit RTH vs. Motorschlitten42 Beiträge
AutorStef8fen8 W.8, Elmstein / Rheinland-Pfalz782003
Datum28.01.2014 23:17      MSG-Nr: [ 782003 ]8158 x gelesen

Geschrieben von Jan K.Noch mal ganz klar die Frage: Wirst du (mit sämtlichen Verrenkungen die dir einfallen) auf eine höhere Rotorblattfragmentwurfweite (bei gleicher Rotordrehzahl) kommen, als ich mit meiner einfachen Ballistischen Bahn mit allen Vernachlässigungen (V0=VRotorspitze, Abgangswinkel von mir aus 45°, Flug im gasleeren Raum)?

Wenn man es mal wirklich detailliert durchgehen würde zur Simulation bzw. Experimentgestaltung und alle Randbedingungen und möglichen Einflußgrößen so setzen würde, daß man die quasi "maximale Weite" erzielen möchte, dann bin ich mir sicher: Ja.

Begründung für meine Aussage:

Je nach Flugsituation (z.B. Steig- / Sinkflug) sind die Rotorblätter relativ stark gebogen. Durch diese Spannungen im Bauteil ist dort genauso Energie gespeichert wie in einer Feder, bei einer plötzlichen Zerstörung des Rotors muss diese ja auch irgendwie "umgesetzt" werden. Da spielt dann übrigens die Masse wieder eine Rolle.

Der Abgangswinkel ist auch so eine Sache. Wenn der Helikopter nicht perfekt gerade steht bzw. beim Crash kippt und erst danach das Rotorblatt sich zerlegt, dann wird es interessant wie und wohin die Fetzen fliegen.

Auch muss nicht ein komplettes Rotorblatt abreißen, bei Berührungen zerbrechen diese schnell wenn der Rotor mit hoher Drehzahl läuft, je nach Hindernis. Die Einzelteile können dann durchaus mehr kinetische Energie mitnehmen als bei einem einfach Komplettabriss, dafür bleibt "der Rest" dann am Rotorkopf fest und ist nach dem zerreißen quasi "in Ruhe".

Ein solches Rotorblatt bzw. ein Teil davon könnte z.B. durch Eigenrotation oder andere aerodynamische Effekte auch nochmals weiteren Auftrieb entwickeln. Da ist das Papierfliegerbeispiel von oben ja ganz nett, zwingend "nach unten" wirkt erstmal nur die Erdanziehung.

Und mir fallen da noch ein paar "Verrenkungen" mehr ein, die dazu führen könnten, daß sich ein Rotorblatt nicht so simpel verhält, als daß es einer Wurfparabel folgen würde. Setzt euer konservatives System an, es ist nicht falsch und man kann auch hier gewisse Dinge daran erklären. Aber es ist eine extrem starke Vereinfachung und ich würde mich auf die erhaltenen Werte nicht verlassen.

Interessante Videos:
http://www.youtube.com/watch?v=DS7UyXpOrG4
=> Man schaue sich mal die ersten ~20s an, das ist nicht nur die Lagerung und Blattverstellung, die da eine Rolle spielt beim Verhalten der Rotorblätter.

http://www.youtube.com/watch?list=PL56E1720D39EDD68C&v=ULCvhgLdbOQ&feature=player_detailpage
=> Erst der Crash, dann zerbricht der Rotor. Man beachte die Einzelteile.


Wie es ohnehin auf youtube, myvideo,... zig Videos zu Helikoptercrashs gibt. Man braucht es sich ja nur mal anzuschauen, wie sehr da teilweise die Fetzen fliegen, in wie viele Einzelteile sich ein Rotor zerlegen kann und wie sehr die Rotorblätter den Rumpf zerfetzen können wenn sie ihn treffen.

Aber das ist dann wirklich der Worst-Case und wird mit einem Rettungshubschrauber eher nicht passieren. Bei Bundeswehr oder Bundes- / Landespolizei wäre ich mir nicht ganz so sicher, je nach Situation fliegen diese extremere Manöver auch übungsmäßig und dabei kann es durchaus zu Unfällen kommen. Siehe z.B. die Bundespolizei letztes Jahr:
http://www.youtube.com/watch?v=-MPLgBte4fQ

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