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| Rubrik | Einsatz | zurück | ||
| Thema | Unfall-Tourismus | 15 Beiträge | ||
| Autor | Seba8sti8an 8K., Grafschaft / RLP | 788778 | ||
| Datum | 20.05.2014 19:52 MSG-Nr: [ 788778 ] | 4916 x gelesen | ||
Auszug aus diesem Bericht (auch als Newsmeldung hier) zu einem Unfall mit einem LF: Für Kopfschütteln sorgte bei Beusen allerdings das Verhalten einiger Autofahrer kurz nach dem Unfallereignis. Die haben hier angehalten, mit ihren Handys noch Fotos gemacht und sind dann weitergefahren ohne ihre Hilfe anzubieten oder sich nach den Verletzten zu erkundigen, empört sich der Wehrführer. Vor kurzem wurde in unserer Nachbarstadt tagsüber eine Jugendliche von einem Zug erfasst. Davon kursierten schnell Bilder und Filme auf bekannten Plattformen. Die Leute die diese erstellt haben könnte man gar nicht fest genug verprügeln, wenn man es denn dürfte. Dieser Unfall-Touristmus tritt nicht nur bei Schaulustigen auf, die man immer haben wird und die an sich auch häufig keine direkte Einsatzerschwernis für die Helfer werden oder andere Probleme darstellen. Das Filmen und Fotografieren findet man mittlerweile als Begleiterscheinung von unterlassenen Hilfeleistungen, als Grund dafür dass Schaulustige überhaupt erst in Gefahren- oder Arbeitsbereiche vordringen, und wohl auch dafür das erstmal lobenswerte Ersthelfer hinterher ihre gute Tat dokumentieren. Auffallend oft ist mir das Phänomen "moderne Informationsgesellschaft" in einer regionalen FB-Gruppe aufgefallen, die vor Blitzern warnen möchte. Natürlich werden da auch Verkehrshindernisse, Sperrungen und Umleitungen etc. gepostet, was an sich auch ok ist, aber viele Gestalten meinen das müsste dann alles auch mit Bild dokumentiert werden. Anscheinend gilt: Je näher und spektakulärer (oft aber auch: je nichtssagender), desto besser. "In der Regel machen es die reinen Experten nicht gut. Das ist wie vor Gericht. Der Zeuge weiß, wie es war, versteht aber nichts. Der Gutachter versteht alles, weiß aber nicht, wie es war. Der Richter versteht nichts und weiß nichts, aber er entscheidet - nachdem er alle angehört hat." (Wolfgang Schäuble, Stern-Interview vom 20.06.2013) | ||||
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