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| Rubrik | Einsatz | zurück | ||
| Thema | Hochhausbrand Marburg #
| 8 Beiträge | ||
| Autor | Dirk8 B.8, Marburg / Hessen | 790960 | ||
| Datum | 25.06.2014 15:29 MSG-Nr: [ 790960 ] | 2552 x gelesen | ||
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Werte Forumsteilnehmer, zunächst möchte ich vorausschicken, dass sich unsere Feuerwehr aus grundsätzlichen Erwägungen üblicherweise nicht an öffentlichen Diskussionen in den einschlägigen Internetforen beteiligt. Da an dieser Stelle jedoch fachliche Fragen im Raum stehen, deren Beantwortung für andere Feuerwehren mit ähnlichen Objekten im eigenen Einsatzbezirk mitunter sehr hilfreich sein können, werde ich auf diese Fragestellungen kurz eingehen. Ich bitte um Verständnis, dass ich nur auf wenige Rahmenbedingungen eingehen werde. Zunächst müssen wir die Einsatzgeschehnisse für uns selbst aufarbeiten. Einen ausführlichen Einsatzbericht wird die Leitung der Feuerwehr Marburg demnächst sicherlich über die einschlägigen Fachzeitschriften zur Verfügung stellen. Als Wehrführer der örtlichen Feuerwehr (Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte) habe ich den Einsatz in der Technischen Einsatzleitung von Anfang an maßgeblich mit begleitet. Bei dem Brandobjekt handelt es sich um ein 12-geschossiges Wohnhochhaus. Die Bewohnerschaft setzt sich aus Menschen vielerlei Nationalitäten (und Sprachen!) zusammen. Vor allem wohnten hier auch mehrere junge Familien. Der bauliche Zustand entspricht im Wesentlichen dem Originalzustand aus den 1970er Jahren. Bei dem Einsatzgeschehen handelte es sich um den Vollbrand einzelner Kellerräume. Die Lokalisierung und Bekämpfung des Brandes gestaltete sich aus mehreren Gründen sehr schwierig. Zum einen erschwerte die recht verwinkelte Anordnung der Kellerräume die Orientierung. Zum anderen war der Keller maximal verraucht mit Sicht "Null". Weiterhin herrschten extreme Temperaturen im gesamten Keller. Im Verlauf der Erkundung deutete sich bereits eine mögliche Durchzündung an, die dann auch stattfand. Der Brandrauch erreichte über einen der Treppenräume und vermutlich über diverse Schächte sämtliche Geschosse und die meisten Quer- und Verbindungsflure. Demzufolge war die Evakuierung einzelner Wohneinheiten über die baulichen zweiten Rettungswege teilweise nicht möglich. Die Rettung über die Drehleitern erfolgte größtenteils erst im späteren Einsatzverlauf als sich andeutete, dass die geordnete Evakuierung über die Treppenräume auch weiterhin nicht möglich sein würde. Die Anzahl der Verletzten resultiert aus der starken Brandrauchausbreitung. Bei 280 gemeldeten Personen in dem Gebäude hätte ich persönlich sogar noch mit schlimmerem gerechnet. Die meisten Bewohner verhielten sich sehr diszipliniert. Einige wenige waren natürlich panisch und neigten mitunter zu irrationalem Verhalten. Diese Situationen konnten wir trotz der Sprachbarrieren entspannen. Der gesamte Einsatz wurde von allen beteiligten Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Marburg, der TEL des Landkreises, des DRK und der Polizei souverän und diszipliniert abgearbeitet. Obwohl dieses Einsatzszenario an Komplexität ein außergewöhnliches Maß erreicht hat, reagierten alle Kräfte mit einem großen Maß an Besonnenheit und Professionalität. Da wir uns wie geschildert derzeit noch mit der Aufarbeitung beschäftigen, bitte ich von weiteren Fragen über dieses Forum Abstand zu nehmen. Vielen Dank! | ||||
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