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RubrikEinsatz zurück
ThemaGermanwings - Maschine in Südfrankreich abgestürzt    # 32 Beiträge
AutorAndr8eas8 R.8, Stuttgart / Ba-Wü806102
Datum24.03.2015 20:30      MSG-Nr: [ 806102 ]13152 x gelesen
Infos:
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  • Hallo,

    Geschrieben von Klaus B.Bei der Fortbildung "KIT" ist doch einer der Lehrinhalte die Trauer und deren Bewältigung.

    Richtig. Und unter anderem wird da das gelehrt was ich gerade geschrieben habe. Oder wie es einer meiner Ausbilder sehr plastisch ausdrückte: "Diese Krise ist nicht meine Krise"....wäre sie das wäre ich da dann nämlich fehl am Platz.....
    Und gerade dieses "Mein Beileid" wurde uns da schnell "abgewöhnt".

    Geschrieben von Klaus B.War ich im Einsatz als RA (immerhin 35 Jahre, die Frage der Kompetenz), so habe ich es mir nicht nehmen lassen, so es sich ergab, mit den Angehörigen ein Wort des Bedauerns zu sprechen.

    Dagegen spricht ja auch nichts....Du hast versucht ein Menschenleben zu retten, es klappte nicht, Du warst ein (wichtiger) "Teil" dieses "Geschehens"....dann steht es Dir ja auch unbenommen zu sagen "Es tut mir sehr leid, wir haben alles versucht"...Überlege einfach mal denn sinngemäßen(!) Unterschied zwischen "es tut mir leid....und "mein Beileid".....im ersten Fall tut Dir etwas leid.....im zweiten "nimmst" Du es Dir heraus an dem Leid der Hinterbliebenen teilzuhaben. Wollen die das ? Hat sie jemand gefragt ob sie das wollen...?

    Geschrieben von Klaus B. Klar, ich habe da nicht die Funktion eines Notfallseelsorgers , kann es auch gar nicht, aber einfach nur teilnahmslos rumzustehen, wenn ich meine Aufgabe erfüllt habe, das würde mir gegen den Strich gehen.

    Habe ich das irgendwo geschrieben ? Ich schrieb es gibt genug andere Möglichkeiten....eine davon ist aber im übrigen das von Dir erwähnte "nur" rumstehen. Es gibt durchaus Trauernde die gerade nur eines möchten, das jemand "da ist". Nix sagt, nix macht, nix tut....da ist, fertig. Und das ist eben das was man im KIT/NFS lernt/lernen muss, die Bedürfnisse der "Kundschaft" zu sehen und nicht seine eigenen, seine eigenen im Sinne von "was würde mir helfen. Weil genau das ist völlig irrelevant weil die betroffene Person unter (sehr wahrscheinlichen) Umständen völlig andere Bedürfnisse hat.
    Und das ist eben auch das "schwierige" an der Ausbildung bei NFS/KIT. Der gemeine BOS'ler neigt, verständlicherweise, dazu wenn er an eine Einsatzstelle kommt etwas zu tun. Egal ob das jetzt Löschen, Reanimieren etc. ist.....aber man kommt hin, da ist "was", man tut was....und genau das kann beim KIT/NFS eben fatal sein. Deshalb ist ein wichtiger, der wichtigste, Ausbildungspunkt das "Aushalten"....es kann im Einsatz durchaus vorkommen das 5,10,15 Minuten nichts, ja, nichts gesprochen wird. Oder der "Patient" etwas fragt.....aber gar keine Antwort will, sei es weil es keine "gibt", sei es weil er sie nicht "hören" will. Mein "Rekord" war eine Ehefrau deren Mann verstarb. Ich war dort etwa vier Stunden im Einsatz, in den ersten drei Stunden wechselten wir, wenn es hochkommt, 10-15 Sätze....und sie war mir sehr dankbar für meine "Hilfe" als ich mich verabschiedete.


    Gruß Andi

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