| Rubrik | Einsatz |
zurück
|
| Thema | Waldbrände in Schweden [2018] | 76 Beiträge |
| Autor | Dirk8 S.8, Lindau / Bayern | 841205 |
| Datum | 22.07.2018 22:29 MSG-Nr: [ 841205 ] | 4184 x gelesen |
| Infos: | 25.07.18 Lagebild mit Karte der Brände (schwedisch) 25.07.18 Schwedischer Zivilschutz - aktuelle Seite zu Waldbränden 2018 (schwedisch) 23.07.18 ZEIT: Waldbrand-Bekämpfung - Deutsche Feuerwehr hilft in Schweden 23.07.18 Niedersachsen unterstützt mit Feuerwehrkräften die Waldbrandbekämpfung in Schweden
|
Hallo,
Erfahrung mit Waldbränden dieser Größenordnung und auf diesem Gelände hat in Deutschland vermutlich so gut wie niemand.
Die Schweden ziehen gerade Freiwillige und Militär. Also keine Experten in Sachen Brandbekämpfung. Güllefass und Harvester fahren ist aber auch hoch im Kurs und kann einiges ausrichten.
Ich kenne die Gegend (Jämtland) in der es brennt etwas. (Ich hab Familie vor Ort).
Zum einen gibt es intensiv bewirtschafte Waldgebiet. Kahlschlag/Aufforsten mit viel trockenen Unterholz. Wenn man Glück hat existieren noch befahrbare Rückegassen. Das kann man dann als Heimspiel betrachten. Auf solchen Flächen dürfte aber auch nicht das Problem bestehen.
Wenn es hügelig wird und das ist es, dann wird es ekelig. Teilweise mit Fahrzeug so gut wie keinen Zugang.
Der Wald steht im Gegensatz zu uns, viel auf blanken Fels mit minimaler Humusauflage.
Das dürfte auch die Schaffung von Brandschneißen bei den Ausdehnungen erschweren.
Wasser ist in der Regel auch im Sommer kein so großes Problem. Es sammelt sich in Seen und Tümpel. Davon hat Schweden mehr als genug! Man muss es nur von dort auf die Waldfläche bekommen und verteilen.
Das sind dann ähnliche Probleme wie im Alpinen Raum (Jochberg) Wasser ohne Ende, aber nicht da wo man es braucht. Für den Hubschraubereinsatz bietet die Wasserentnahme zumindest optimale Voraussetzung.
So wie heute Morgen von einem Einsatzleiter berichtet wurde, ist Schlauchmaterial im Moment Mangelware.
Dann ist es auch so, dass man nicht wie bei uns in jedem Dorf eine hochgerüstet Feuerwehr hat und nur mit den Finger schnippen muss und es stehen dann nach 10 Minuten Leute bereit. Einfach weil viele Gegenden in Mittelschweden extrem dünn oder gar nicht besiedelt sind (3 Einwohner pro km²).
Insofern finde ich es witzig, wenn man sich über mehr als 100 km Anfahrt Gedanken macht und einen Bus wünscht.
Wenn Du Pech hast, dann fährst Du 50km zur Einsatzstelle! Die Nationalstraße muss auch keine Asphaltstraße sein. Es sind allerdings dann auch nur 60 oder 70 erlaubt. Dann viel Spaß!
Und wenn Du ganz viel Pech hast, dann fährst Du die 50km weiter zur nächsten Tankstelle.
Wird für den Einsatz anders sein - müssen! Die Logistik hat hier hohen Stellenwert und verschlingt viel an Ressourcen (Treibstoff, Ersatzteile etc..)
Die Entfernung sind für uns ein Albtraum. Selbst Mittelschweden ist auch über 24h Fahrzeit entfernt. Theoretisch gehen da 4 Tage allein für hin und Rückfahrt drauf. 7 Einsatztagen werden nicht reichen.
Es gibt Organisationen und Einrichtungen, da gehört Tierquälerei (Einsatzfahrt 725km ohne nennenswerte Pause) zum Geschäft. Aber die Idee mit dem Bus werde ich im Hinterkopf behalten.
Gruß
Dirk
 Beitrag inhaltlich zustimmen / ablehnen
|
| << [Master] | antworten | |
| flache Ansicht | Beitrag merken | alle Beiträge als gelesen markieren |
|
| | 03.08.2014 18:39 |
 |
., Viskafors Waldbrände in Schweden | |