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| Rubrik | Einsatz | zurück | ||
| Thema | Vegetationsbrände - und falsche Erwartungen an Löschflugzeuge (Air Tanker)... | 8 Beiträge | ||
| Autor | Hans8-Jo8ach8im 8Z., Berlin / Berlin | 854226 | ||
| Datum | 15.12.2019 10:56 MSG-Nr: [ 854226 ] | 822 x gelesen | ||
Geschrieben von Ralf H. Genau da liegt die Stärke der Luftfahrzeuge. Sie können die erste Kraft des Feuers brechen. Das macht es eben aus ob das Feuer von den Bodenkräften dann klein gehalten werden kann. Es macht es genau Das aus ob hinterher Unmengen, und damit Unsummen, eingesetzt werden müssen oder nicht. Es macht es aus ob hunderte Kameraden Wochen in der Heide verbringen oder nicht. Es lohnt sich, sich anzusehen, wie es dort läuft, wo man genau das macht, was Du forderst. In Kalifornien gibt es das Konzept, daß man nach 20 Minuten beim Waldbrand sein können möchte. Abseits der halbwegs flachen und dicht besiedelten Gebiete geht das dort nur in der Luft. Der Erstschlag erfolgt nicht mit riesigen Maschinen für's Fernsehen. Kalifornien besitzt als Bundesstaat (also vergleichbar Brandenburg, nur ein "bißchen" größer) 23 Wassertanker vom Typ S2T. ![]() Das sind recht robuste Maschinen, vor einem halben Jahrhundert für den Einsatz von Flugzeugträgern aus gebaut. 4500l. ![]() Vor ihrem Einsatz als Wassertanker machten die Maschinen Striptease ![]() und bekamen neue Triebwerke etc. Diese Maschinen sind immer dann erfolgreich gewesen, wenn die Öffentlichkeit nichts von ihnen bemerkt, denn das Fernsehen kommt ja nur, wenn's nicht geklappt hat. Allerdings gibt es auch jede Menge Gründe für's Nichtklappen. Der wichtigste ist, daß sie nachts nicht fliegen dürfen. Ist der Waldbrand so schlau, nachts auszubrechen, kommt kein Flieger, und das Feuer kann bis zum nächsten Morgen ziemlich viel Unfug anstellen. Und dann ... ziemlich viele Leute glauben, daß man bei den richtig schlimmen Waldbränden mit Flugzeugen etwas verhindern kann. Die richtig schlimmen Waldbrände sind normalerweise die mit sehr kräftigem Wind, der das Feuer per Luftpost hinter die Feuerwehrleute bläst. Ein Beispiel wäre das Camp Fire im letzten Jahr, wo in Paradise und Umgebung mehr als 80 Menschen draufgegangen sind, weil das Feuer nicht nur vor ihnen, sondern auch hinter und neben ihnen war. ![]() Bei so etwas wird dann sofort gefragt, wo denn die Flugzeuge waren. Dafür gibt es eine ziemlich gute Antwort aus der Praxis: Pilot Dave Kelly had heard radio reports of the fire and decided to leave for work early. He was alone in his S2-T tanker when he took off at 7:44 a.m. that Thursday morning. A larger OV-10 Bronco air attack plane that orbits at a higher elevation, so as to supervise and coordinate other firefighting aircraft, was two minutes behind him. Übersetzt: Dave Kelly war mit einer S2T über dem Feuer, als es vom Wind in die Orte hineingetragen wurde. Die Turbulenzen haben ihn so durchgerüttelt, daß jeder normale Mensch nur noch mit Kotzen beschäftigt gewesen wäre.
Er ist dann zum Entstehungsort des Feuers geflogen, um zu sehen, ob er mit einem Abwurf die Flanke des Feuers einhegen konnte. Aber die Windgeschwindigkeit lag bei 100 km/h, was die Sache sinnlos machte: "Das wäre wahrscheinlich jetzt noch in der Luft." (DAS ist vermutlich doch leicht übertrieben, aber es besteht jedenfalls kein Zweifel, daß die Musik zum Film diese ist.)
Er ist dann eine Schleife geflogen und hat sich die Feuerfront vor Paradise angesehen. Die Turbulenzen waren dort aber zu heftig für einen Abwurf. Anschließend sah er sich die andere Flanke des Feuers an, entdeckte eine Reihe noch nicht verbrannter Häuser, und ein Abwurf von Retardant, also nicht nur Wasser, sondern mit feuerhemmenden Chemikalien, wäre dort sinnvoll gewesen.
Also fuhr er seine Landeklappen voll aus (was die niedrigstmögliche Geschwindigkeit erlaubt), nahm Gas weg und startete den Sinkflug in Richtung Paradise. Oder wollte ihn starten, denn während er eigentlich steil hätte sinken müssen, stieg die Maschine stattdessen 300 Meter. Der aus dem Canyon vor Paradise aufsteigende Wind spielte ein bißchen mit seinem 15-Tonnen-Flugzeug. Ein Versuch aus der anderen Richtung hätte ihn zum Spielball eines Fallwindes machen können, was schlechter ist, weil man in den Boden gerammt werden kann.
Nach einer Dreiviertelstunde war er wieder zurück, ohne einen Tropfen Wasser abgeworfen zu haben. Die anderen Flächenflugzeuge blieben gleich am Boden, nur einige Helikopter warfen an Fluchtrouten ab. (Wenn der Wassertank an langer Leine tief unter der Maschine hängt, ist die Gefahr etwas geringer, in den Boden gerammt zu werden, weil man selbst mehr Abstand zum Boden hat.) Geschrieben von Ralf H. Das hat der Pilot aber abgelehnt weil für ihn eine 75x75 m große Fläche vorgeschrieben ist. ? Wenn der mit Longline fliegt, ist die Maschine dabei doch sehr deutlich über den Baumwipfeln? Daß er auf kleineren Flächen nicht landen soll, kann ich nachvollziehen. Hans-Joachim | ||||
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