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RubrikEinsatz zurück
ThemaGefahr durch Ertrinken - Wassergefahren auf, am und im Wasser...13 Beiträge
AutorStef8an 8D., Neunburg vorm Wald / Bayern887972
Datum05.06.2024 17:26      MSG-Nr: [ 887972 ]832 x gelesen

Grüß Dich Adrian,

ich hatte mir zufälligerweise im Kopf bereits die selbe Untergliederung gemacht, wie Du sie in Deinen drei Anwendungsfällen schilderts.


zu deinem Fall 3: Schwimmerischer Einsatz von Kräften
Den Fall 3 würde ich - ähnlich wie Du es mit EHRT und SHRT vergleichst - nochmal unterscheiden in "einfache" und "schwierige" Fälle. Als "einfach" sehe ich hier Badeunfälle an, also an Badegewässern (ohne Strömung), bei "Badetemperaturen" und bei Tageslicht und nicht zu weit weg vom Ufer. Das ist das, was ich jedem guten Schwimmer als Ersthelfer zumuten kann. Hierfür hat die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg sehr gute Unterlagen und Handlungsempfehlungen online.

Ansonsten sehe ich es genau wie Du: Das Thema ist sehr komplex und vor allem trainingsintensiv! Es gibt nur sehr wenige Feuerwehren, die über Tauch- oder Wasserrettungsgruppen verfügen und die das wirklich ernsthaft betreiben. Meistens ist das historisch gewachsen, dass die Feuerwehr in dieser Region die Aufgabe mit übernimmt und Organisationen wie DLRG oder WW sind oder waren zu dieser Zeit hier nicht vertreten. Ich glaube auch nicht, dass es Sinn macht, das Arbeiten der Feuerwehr hier in eine FwDV zu pressen. Natürlich ist es sinnvoll einheitliche Standards zu schaffen, um mit benachbarten Einheiten bzw. wie hier im Hochwasser Überregional zusammenarbeiten zu können, allerdings sind diese benachbarten Einheiten, die auch schwimmende Kräfte zum Einsatz bringen i.d.R. keine anderen Feuerwehren, sondern Wasserwacht und DLRG. Bevor hier die Feuerwehr im Süden von Bayern mit der in Schleswig-Holstein kooperieren kann, ist doch viel mehr eine gemeinsame Basis mit den anderen Einheiten im eigenen Umfeld nötig. In SH vielleicht eher mit der DGzRS (geraten, ich hab keine Ahnung da oben!), in Bayern WW, DLRG und teilweise auch mit der Bergwacht, weil die (gemeinsam mit der WW) die Canyoningrettung betreiben. Im übrigen haben in Sachen Fließwasserrettung (oder Strömungsrettung) auch WW und DLRG sich stark an Rescue3 orientiert, wie es auch einige der Feuerwehren machen, die sowas betreiben. Also hier gibt es schon einen gewissen Ausbildungsstand.

In Bayern gibt es von den HiOrgs und dem Innneministerium seit ein paar Jahren die Überlegung eines Ausbildungszentrum Wasserrettung, das von WW und DLRG betrieben werden soll. Das wäre vielleicht ein guter Schritt, um gewisse gemeinsame Standards herzustellen. Die Ausbildung für ORGL und ÖEL wird in Bayern ja auch einheitlich von den LFS übernommen, egal von welcher Organisation die Person kommt. Ausbildungen, bei denen Hubschraubersimulation gebraucht wird sind auch quer durch alle Organisationen im Ausbildungszentrum der Bergwacht. Mal schauen ;-)

Zu deinem Fall 2: Feuerwehren mit Booten
Hier gibt es Feuerwehren, die echt gut sind und mit ihrem Boot viel üben, es gibt aber auch viele, bei denen das Boot einfach da ist. Hier wäre es vielleicht tatsächlich gut, wen sich eine LfS hinsetzt und für die kleineren einfache Handlungsempfehlungen und Übungsvorschläge gibt, ähnlich wie die LfS in Bayern jährlich eine "Winterschulung" ausarbeiten könnte man hier auch alle paar Jahre etwas ausarbeiten, vielleicht auch in Abstimmung mit DLRG und WW. Es gibt schon ein paar Kleinigkeiten, die man sich aus Sicht der Wasserrettung von der Feuerwehr wünschen würde, wenn sie zuerst eintrifft. Wenn schon eine Feuerwehr mit Boot zuerst eintrifft und die Person schon untergegangen ist, dann wäre es z.B. super, wenn die Untergangsstelle so genau wie möglich lokalisiert und wenn möglich auch z.B. mit einer Boje markiert wird (nur als Beispiel).

Zu deinem Fall 1: ich würde ihn "Feuerwehren ohne spezielle Ausrüstung" nennen
Du erwähnst hier das Einsatzmittel Watthose. Ja, wir wissen, dass die gefährlich sind, aber wie Du richtig schreibst sind die Gefahren oft mit Rettungswesten und Leinensicherung beherrschbar. Hier dürfen wir aber nicht vergessen, dass Leinen in fließenden Gewässern auch gefährlich werden können, das geht jetzt aber zu weit. Das größte Problem in meinen Augen ist, dass bei einer Watthose nicht zwingend eine Rettungsweste dabei ist. Mir ist natürlich auch klar, dass die Watthose zu 99 % in absolut harmlosem Umfeld eingesetzt wird. Aber gerade das aktuelle Hochwasser zeigt immer wieder Bilder von Feuerwehrkräften, die mit Watthose Hüfthoch oder sogar noch höher durchs Wasser gehen und dabei eben keine Weste tragen. Wenn es in meinen Augen etwas festzulegen gibt, dann muss bei jeder Watthose zwingend eine Rettungsweste mit in der Kiste sein und oben drauf liegen. Ich darf die Watthose garnicht herausnehmen können, ohne dass ich die Rettungsweste in die Hand nehmen muss. Es ist utopisch zu glauben, dass die dann immer angezogen wird und es ist auch klar, dass es genug Lagen gibt, in denen es das auch nicht braucht. Aber die Möglichkeit muss da sein und ich (respektive der Einheitsführer) muss quasi gezwungen werden mir Gedanken zu machen, ob ich die jetzt anziehe oder nicht.


Zu guter Letzt würde es uns manchmal gut tun auch in unserem eigenen Aufgabenbereich mehr mit DLRG und WW zusammen zu arbeiten. Reine Sachbergungen sind (in Bayern) Aufgabe der Feuerwehr. Hier werden die HiOrg nur mitalarmiert, wenn die Feuerwehr das in der Alarmplanung so hinterlegt hat. Das ist leider nicht überall und immer der Fall. Die Hinweise des IM zur Feuerwehrbedarfsplanung ermöglichen z.B. dass Boote von HiOrg (oder auch des THW) bei der Planung berücksichtigt werden. Ganz oft sind die Einsatzmittelketten aber so geplant, dass der Computer nur das nächste Feuerwehrboot sucht. Die örtlich zuständige Feuerwehr wird ja immer alarmiert (auch wenn sie kein Boot hat), aber stimmt, wenn andere Boote hier mit gezogen werden, dann würde unter umständen eine andere benachbarte Feuerwehr nicht mehr zum Einsatz kommen. In Landkreisen, in denen es sehr viele DLRG und WW-Einheiten gibt könnte es sogar sein, dass zu einfachen THL-Einsätzen das Feuerwehrboot gar nicht mehr gezogen wird, weil überall ein DLRG oder WW-Boot steht. Jetzt kann man natürlich noch kritisieren, dass WW und DLRG manchmal zu lange zum ausrücken brauchen - dieses Thema würde ich jetzt aber ungern aufmachen. Ich kann Euch nur sagen, dass letzte Woche 4 Wasserrettungseinheiten meines Landkreises zu einem Starkregenereignis im Nachbarlandkreis alarmiert wurden und die ersten erste Einheit 2 Minuten nach Alarm ausgerückt ist, die zweite Einheit 4 und die dritte 5. Die vierte Einheit war der "Trödler" mit 8 Minuten. Wenn die Einheiten regelmäßig alarmiert werden, dann werden die genau so schnell! Aber wie gesagt, das ist ein anderes Thema.

Schönen Gruß

Stefan

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